
Prostitution in Kuba. Zeugnisse
Engl. Broschur.,344 Seiten
ISBN 978-3-936791-34-1
€ 16,90
Ausgabe als eBook:
ISBN 978-3-936791-60-0
€ 9,90
Abrufbar unter
Als Havanna noch die Spielwiese der Mafia von Meyer Lansky u.a. war, galt jede zehnte Frau als Prostituierte. Die Revolution von 1959 ist das Problem angegangen, mit Dekreten, auch "Umerziehungslagern", gelöst hat sie es nicht. Und inzwischen, mit dem Boom des Tourismus, ist Kuba für einschlägig Interessierte ein ebenso sicheres Reiseziel wie Thailand oder die Philippinen, Kinder vom Angebot nicht ausgeschlossen.
Amir Valle hat über zehn Jahre lang das Phänomen recherchiert, ist in die Szene eingetaucht, hat Archive durchforscht und so die ersten drei Huren entdeckt, die Kolumbus auf seinen Schiffen mitführte. Er hat Gespräche mit Beteiligten unterschiedlichster Art an diesem gewaltigen Geschäft geführt, und aus dem ganzen umfangreichen Material eine Montage gemacht, die sich zur Literatur verdichtet: die erste, mit den Betroffenen erarbeitete Dokumentation, die in Kuba, laut Entscheid Fidel Castros, nicht verbreitet werden darf.
"Ich bin Chemie-Ingenieurin und habe drei Jahre mit dem Abmischen von pflanzlichen Medikamenten in einer Apotheke verbracht und dabei einen Hungerlohn verdient. Mein Vater türmte in die USA und wir erfuhren nie wieder was von ihm, und meine Mutter, die ihr ganzes Leben von ihm abhängig gewesen war, wurde wie verrückt und fing an zu trinken. Eine Freundin sagte mir, dass ein Typ der Tourismus-Kooperative Cubanacan Arbeit für gut ausgebildete junge Frauen hätte. Um damals im Tourismus arbeiten zu können, war es notwendig, dich von den Vorgesetzten ficken zu lassen. Das ist immer noch so. So fing das bei mir an." (Vivy, la de La Cecilia, 24, jinetera).
"Unter uns gibt es Regeln, die nicht gebrochen werden dürfen. Eine, die Zonen, und zwei, die Eroberungen. Oder, was dasselbe ist, die jinetera eines Zuhälters darf nicht versuchen, einer anderen den Ausländer auszuspannen, sonst würde so etwas wie die Schlacht von San Quantín ausbrechen. Ich hänge eine dritte an: meine Mädchen essen keinen Dreck oder sonstigen Kleinfraß, sie müssen oben fliegen und gute Speisen essen. Damit Du verstehst: Typen mit Schotter, mit viel Geld." (Ivan el Grande, Zuhälter).
Freistatt der Schatten - Havanna-Folge IV
Reportagen
Auf Reisen: Mali, Namibia
geb., 154 Seiten
mit zahlreichen Abbildungen
ISBN 978-3-936791-11-2
€ 12.90
Literarische Reportagen aus dem muslimischen Mali und dem christlich missionierten Namibia – aus der einst französischen Kolonie und dem früheren Deutsch Südwest, das als letztes Land Afrikas erst 1990 als Republik Namibia unabhängig wurde.
"Wenn bei uns ein Greis stirbt, dann verbrennt eine ganze Bibliothek" ist eines der bekanntesten Zitate des großen alten Mannes der Republik Mali, des Muslims Amadou Hampaté Bâ, der zunächst einfacher Schreiber unter der Kolonialverwaltung war und später zum bedeutendsten Schriftsteller und Sprecher seines Landes wurde. Er bereiste unermüdlich Mali und die angrenzenden Regionen, sammelte die bislang nur mündlich überlieferten kulturellen Zeugnisse der Sahelländer, wertete sie aus und hielt sie schriftlich fest – um am Ende eines langen Lebens doch mit viel Bitterkeit feststellen zu müssen, dass die Trockenheit und die vorrückende Sahara, dass Bevölkerungsdruck, Schuldenlast, Migration, Krankheiten und das Fernsehen mit den Konserven aus Frankreichund den Ansprachen des Präsidenten bereits wieder viel von dem vernichteten, was er gerade gerettet hatte.
Die Reportagen aus Namibia ziehen Bilanz aus den ersten Jahren der Unabhängigkeit, mit der eine Partei mit großer Mehrheit die ersten Wahlen gewann, die zuvor als sozialistische Untergrundbewegung gekämpft hatte. Und sie beschreiben die Reise zweier Schriftsteller quer durch das von vielen Völkern, darunter auch Deutschen und Deutschstämmigen besiedelte Land zu den Himbas im Norden an der Grenze zu Angola – zu einem Stamm, der unweigerlich stirbt neben seinen Gräbern der Ahnen, dem Heiligen Feuer, dem sich auflösenden Sozialgefüge der einzelnen Clans. Ein Himba: „Die Kinder, die einmal das Neue gehört und erlebt haben, kehren mit dem Glauben zurück, dass ihre Eltern, die Alten, dumm und rückständig seien, ja einer der rückständigsten Stämme der Welt. Aber sie vergessen, dass ihre Eltern nur dank ihrer Weisheit das Leben eines Himba führen konnten.“
Landschaft mit Gärtner - Das Kowalski-Projekt I
Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande - Das Kowalski-Projekt II
Die geheimen Videos des Herrn Vladimiro - Das Kowalski-Projekt III
Die Geschichte meiner schönen Mama - Das Kowalski-Projekt IV
Der Kardinal, ganz in Rot und frisch gebügelt
Reportagen
Auf Reisen: Peru
geb., 176 Seiten
mit zahlreichen Abbildungen
ISBN 978-3-936791-16-7
€ 13.90
Ein Arbeitsbericht von einem langjährigen Aufenthalt in Peru sowie literarische Reportagen, die 15 Jahre der Entwicklung des Landes und der Stadt Lima abdecken. Außerdem das nur hier zu lesende Fundstück eines anonym gebliebenen Autors: die Schilderung des mehrwöchigen Hungermarsches von 1400 Bergarbeitern und ihren Familien aus den Anden quer durchs Land in die Hauptstadt. – Ein Reisebuch der anderen Art, ein Buch wie ein Film.




Textprobe: Bericht über den Präsidenten



Textprobe: Das Erbe von Gewalt und Korruption in Peru
Tagebuch des Direktors von Nationalbibliothek und -Archiv des Irak
Aus dem Englischen von Heike Smets
Engl. Broschur., 224 Seiten
ISBN 978-3-936791-43-3
€ 13.90
"Wir waren stets davon überzeugt, dass Nationalbibliotheken und -Archive unerlässlich sind beim Prozess politischer Erneuerung und demokratischer Entwicklung alter und neuer Nationen. Deswegen waren wir gar nicht vorbereitet auf die Plünderung und Zerstörung der Bestände. Wir wollten nicht wahrhaben, in welchem Ausmaß es Saddam und seinen Kumpanen gelungen war, die Herzen, die Denkweisen, das Verhalten einer großen Zahl von Irakis so zu verändern, dass sie ohne zu zögern ihr eigenes kulturelles Erbe und ihr historisches Gedächtnis zerstörten." (Saad Eskander)
Am 10. April 2003 drang im Zuge der Besetzung Bagdads amerikanisches Militär auf das Gelände der Nationalbibliothek vor, zerstörte eine Statue Saddams im Zentralhof und zog sich wieder zurück, ohne irgendetwas abzusichern. Kurz darauf und zwei Tage später wurden rund 60 % aller historischen Bestände geraubt, gebrandschatzt, zerstört. Kostbare Handschriften, Karten wurden gezielt und im Auftrag entwendet, das Republikanische Archiv vollständig vernichtet, weil es u.a. jene Prozesse dokumentierte, die vom Regime gegen die Oppositionellen geführt worden waren.
Saad Eskander hat von Mitte November 2006 bis Ende Juli 2007 Tagebuch über seine Arbeit als Direktor geführt - ein Tagebuch der Ohnmacht in einer Stadt, die brennt; das Tagebuch aber auch einer Persönlichkeit, die gegen alle Beschränkungen, Widerstände, Bedrohungen seiner Person und seiner Mitarbeiter aufzubauen versucht.
Mit Unterstützung der British Library und der spanischen Tageszeitung El País hat er seine Aufzeichnungen zunächst ins Internet gestellt. Wir veröffentlichen sie in deutscher Übersetzung als einzigartiges Dokument der Zeitgeschichte. Und des Mutes. Und des Glaubens daran, dass Bücher allen helfen können.

Saad Eskander, geb. 1962, ist seit 2003 Direktor der irakischen Nationalbibliothek und des Nationalarchivs, das auch vier Jahre nach den Bränden und Plünderungen beim Einmarsch der US-Truppen noch Ziel terroristischer Angriffe ist. Eskander promovierte an der Universität London in Moderner Politischer Geschichtswissenschaft und veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Bücher und Aufsätze, mehrheitlich zum Kurdenkonflikt im Irak.
Aus dem Italienischen von Linde Birk
geb., 78 Seiten
ISBN 978-3-936791-19-8
€ 12.90
Zeiten des Terrors und der gegenseitigen Verletzungen: in einem makabren Ritual bekommen wir nahezu täglich die Bilder der Massaker geliefert, die von Selbstmord-Attentätern an unschuldigen Opfern begangen werden, aus Jerusalem und New York, aus dem Irak und aus Tschetschenien, der Türkei, aus Spanien ...
Aber wer oder was bringt einen Mann, eine Frau oder sogar ein Kind dazu, im Namen eines Gottes zu töten, der den Tod seinen eigenen Gläubigen befiehlt? Stimmt es, dass die Heiligen Schriften des Islam dem Selbstmord-Attentäter den Status eines Märtyrers verheißen?
Khaled Fouad Allam richtet sich mit seinem Brief „Der Islam gegen Gewalt“ an die Anwärter auf die Märtyrerschaft, um das Motiv für eine derart extreme Wahl zu hinterfragen, die sich auf alle Muslime auswirkt und das ohnehin schwierige Verhältnis zwischen Islam und westlicher Welt weiter belastet. Und er untersucht die klassischen Schriften des Islam, die in ihren authentischen Versionen jeden verurteilen, der das Blut Unschuldiger vergießt oder auch nur fordert.

Khaled Fouad Allam, geb. 1955 in Algerien als Sohn syrisch-marokkanischer Eltern, lebt in Italien und doziert an den Universitäten Triest und Urbino zu Fragen der Soziologie der musulmanischen Welt. Er war Berater internationaler Organisationen und ist zur Zeit Kommentator der italienischen Tageszeitung La Repubblica
Reihe auf Reisen - Rumänien
geb., 192 Seiten
mit zahlreichen Abbildungen
ISBN 978-3-936791-08-2
€ 16.90
Alle Reisen dieses Autors nach Rumänien sind auch immer eine Reise in die eigene Vergangenheit. Sie schwindet, je älter er wird und umso deutlicher sich das Land verändert. Aber wohin? Wie lebendig ist das Alte noch, welche bloß neue Gestalt hat es angenommen, und wie sieht das wirkliche Neue aus in einem Land des Transit, das in Kürze Mitglied der Europäischen Union sein wird? - Eine literarische Reportage: mit journalistischen Mitteln recherchiert - mit auch literarischen geschrieben.
Ein Reisebuch der anderen Art und Beginn unserer Reihe AUF REISEN: ein Muss für jeden Rumänien-Reisenden, für alle an Ost- und Südosteuropa Interessierten und auch für alle, die nachvollziehen wollen, was literarische Beschreibungen konkret leisten können.
Dieter Schlesak, geb. in Schäßburg (Siebenbürgen) / Rumänien, schreibt Lyrik, Essays und Prosa. Bis 1969 war er Literaturredakteur in Rumänien, dann verließ er das Land. Seitdem lebt er in der Bundesrepublik und in Italien.