
Peter Faecke, geb. 1940. Nach dem Studium der Romanistik und Germanistik war er Rundfunkredakteur, Dozent in den USA, Leiter eines Medienprojektes in Lateinamerika, lebt als Schriftsteller in Köln. Er veröffentlichte literarische Reportagen aus verschiedenen Kontinenten sowie die Romane DIE BRANDSTIFTER und DER ROTE MILAN, die in viele Sprachen übersetzt wurden. Anfang der 80er Jahre begann er mit der Niederschrift des KOWALSKI-PROJEKTES, das 2007 abgeschlossen wurde: ein Langzeit-Projekt, das in vier Romanen das deutsche 20. Jahrhundert in Geschichten erzählt.
Wie bei einem Kinderkarussell oder einem Riesenrad ermöglicht dieses Projekt überall den Einstieg. Es ist konzipiert als eine "Geschichte des 20. Jahrhunderts für die Gebildeten aller Stände", mal als Schelmenroman, dann wieder als eine Folge von Kriminalbildern - stets unterhaltsam und spannend, oft humorvoll, ausreichend erotisch, zuweilen mit Mord und Totschlag gewürzt, und wenn belehrend, dann in homöopathischer Dosierung.
Roman. Das Kowalski-Projekt I
Engl. Brosch., 352 Seiten
ISBN 978-3-936791-30-3
€ 11,00
Dieses erste Buch des Kowalski-Projektes ist eine Parabel zur Geschichte der Bundesrepublik: Die Geschichte eines Mannes, eines Kowalski natürlich, der von unternehmerischen Ideen, die ihn anfallen wie der Stich der Biene, geplagt wird bis zum körperlichen Schmerz. Jeder weiß, dass so ein Mann nicht auch noch Ehemann und Vater sein kann. Nur der Sohn nicht. Der flieht den Vater und das Land bis ans andere Ende der Welt. Er lebt in Peru als einer, der notorisch zu spät kommt, auch zum Tod des Vaters ist er nicht pünktlich zur Stelle.- Um nicht selbst an seinem Übervater zu sterben, der sich in seinem Kopf verkantet hat wie Treibholz, erfindet er dem Toten Geschichten, zwölf Geschichten. Für ein Buch, das er nennen will „Landschaft mit Gärtner“ und das er nach Belieben öffnen und zuklappen kann. Dann ist der Vater gewürdigt, denkt er, aber auch fest eingeschlossen in dem Buch.
"Kowalski, stell ich mir vor, das kann jeder sein: einer, der auf die Nase fällt und wieder aufsteht. So einen muss man bis auf die Nieren prüfen.
Vlado Kristl, Filmemacher
"Wenn er durchs Ruhrgebiet wanderte, fand er sich überall zwischen Duisburg-Rheinhausen und Bergkamen, von Oer-Erkenschwiek bis Düsseldorf-Tiefenbroich wieder, als sei er, der Einzelgänger, hier schon immer mit seinem weitverzweigten Clan heimisch gewesen. Kein größeres Klingelbrett in keiner Stadt ohne wenigstens einen Kowalski. Diese Kowalskis, einst gegen ein Handgeld im Osten angeworben, waren überall eingedrungen. Es waren Menschen, die hinfielen und gleich wieder aufstanden. Man musste sie bis auf die Nieren prüfen. Und er wusste: sollte sein Leben in der Kölner Bucht eine tiefgreifende Katastrophe erleiden, dann verfügte er über Zweitwohnungen in allen Städten des Reviers."
Ludwig Kowalski, Gärtnermeister
, sagte Poggenpohl."Der Anfang ist natürlich immer das Schwierigste"
sagte Ludwig Kowalski,"Natürlich,"
"aber nur zu"
sagte Poggenpohl,"Also, da müßtest du schon noch was drauflegen,"
"denn du bist ja einer, der sich erst ganz zum Schluß unter die Menschen begeben hat. Und eigentlich scheiße ich auf deine Unschuld. Außerdem bist du erst dran. Stirb jetzt erst einmal. Dann kommt der Anfang schon ganz von allein."
Egbert Poggenpohl, Posthauptsekretär i.R. und Heimatschriftsteller
Schelmenroman. Das Kowalski-Projekt II
Famen und Esperanzen 4
Engl. Brosch., 448 Seiten
ISBN 978-3-936791-39-6
€ 11,00
Ein frühinvalidisierter Posthauptsekretär, längst Hypochonder, immer literarischer Autodidakt, versucht sich an der Aufgabe, das Leben des jüdischen Viehhändlers Fritz Levy zu beschreiben, dem mit dem letzten Frachtdampfer die Flucht nach Schanghai gelingt und der 1951 als einziger Emigrant in seine friesische Heimatstadt Jever zurückkehrt, unvorbereitet, ahnungslos, unerwartet und unerwünscht - und sein Biograph muss feststellen, dass eine verlässliche Beschreibung dieses Lebens voraussetzt, sich zunächst Klarheit über das eigene Leben zu verschaffen. Levy hat sich, um in der nach wie vor feindlichen Kleinstadt überleben zu können, zu einer Mischung aus Eulenspiegel und Störtebeker und schließlich aufmüpfigem Greis stilisiert, der zum Entsetzen der Honoratioren als über 80jähriger von den Jugendlichen und den Senioren noch in den Gemeinderat gewählt wird. Er stellt allen, auch seinem Biographen immer wieder die Frage, wer wie viel Wahrheit aushält.
"Habe ich nicht sechsundzwanzig Jahre lang dieser Stadt gepredigt, dass die Vergangenheit ausgegraben werden soll bis auf die letzte, unter einem Pflaumenbaum vergrabene und versteinerte Vorhaut? Siehst du. Aber jetzt, wo die Jugendlichen graben wie die Altertumsforscher, stelle ich fest: alles Ausgegrabene ist kaum noch von den Knochen verwilderter Hunde zu unterscheiden, und die ähneln wiederum sehr den Knochen aller Schafe, die wir je im Moor verloren haben."
Fritz Levy, Viehhändler

Fritz Levy (1901 - 1982)



Kriminalbilder. Das Kowalski-Projekt III
Famen und Esperanzen 5
Engl. Brosch., 400 Seiten
ISBN 978-3-936791-38-9
€ 11,00
Nach "Landschaft mit Gärtner" und "Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande" das dritte Buch des Kowalski-Projektes, das deutsche Geschichte in Geschichten zu erzählen versucht. Hier jene des Fred Kowalski, der 1977, im Deutschen Herbst, Köln in bedingter Freiwilligkeit verlassen und in Peru als Fremdenführer, Entwicklungshelfer und schließlich Filmemacher überlebt hat. Sein letzter Film dort porträtiert die Belegschaft einer Silbermine aus den Anden, in der sie der Besitzer monatelang ohne Lohn hat arbeiten lassen und die schließlich gesprengt wurde. In einem wochenlangen Marsch wandern sie auf die Hauptstadt zu - ins Zentrum der Korruption, des Drogen- und Waffenhandels, in den auch der gerade nach Japan geflohene Präsident verwickelt ist. Während die Hoffnungen der Bergarbeiter und ihrer Familien auf Entschädigung und Zukunft in ihrem Notlager schwinden und sie in Raten sterben, gerät auch der Filmemacher selbst ins Visier der Waffenhändler. Er wird verwundet, flieht in sein altes Heimatland, die Bundesrepublik, um festzustellen, dass er hier keineswegs sicher ist: die Fäden des Handels werden ausgerechnet hier gezogen. - Dieser Roman führt im Untertitel "Kriminalbilder". Er versteht sich nicht als Kriminalroman, nutzt aber einen Teil seiner Stilmittel, um von beiden Ländern zu erzählen: von Peru und der Bundesrepublik. Aber auch von der Hoffnung und der Zärtlichkeit, ohne die ein gutes Buch nicht auskommt.
Roman. Das Kowalski-Projekt IV
Geb., 296 Seiten
ISBN 978-3-936791-09-9
€ 15,90
In dem vierten und letzten Band treten neben Kowalskis u.a. Marlene Dietrich und Leni Riefenstahl auf in ihrem Glanz und ihrem Elend. Ein Staatspräsident, der in einer dunklen Wolke dem Volk abhanden kommt. Ein berühmter Dichter erotischer Literatur, der erschossen wird. Ein Kriminalkommissar, der das Schreiben auch als Mittel der Spurensuche nutzt. Ein Mann, der zum Killer wird und nach seinem letzten Auftrag wieder zum Mensch. Junge Huren aus Ecuador. Bergarbeiter aus Peru. Stundenhotels und Kneipen in Köln, die das heimische, obergärige Bier meterweise ausschenken. Ein Kurde, der Nacht für Nacht die siebenundzwanzig Sommersprossen auf der linken Pobacke seiner Geliebten zählt. Das letzte Kino in einer Kleinstadt, das stirbt. Und mittendrin sind immer wir mit den schwindenden Schatten unserer Vergangenheit im heißen Sommer des Jahres 2003.
"Sie sollten das lesen, bevor es Ihre Kinder tun. Sonst erzählen die Ihnen, wer Sie die ganze Zeit gewesen sind."
(Vlado Kristl, Filmemacher)
"An diesem Kowalski-Projekt gefällt mir Vieles. Vor allem gefällt mir als Gelegenheitsleser von Literatur, dass ich mit Band I beginnen und mich bis Band IV vergnügen kann. Ich kann aber auch zwischendurch anfangen, oder ganz am Ende. Denn immer bin ich mittendrin. Und immer in meiner eigenen Geschichte."
(Roland Kempf, Historiker und Ethnologe)
Der Kardinal, ganz in Rot und frisch gebügelt. Roman. Die Kommissar Kleefisch-Serie
Die Tango-Sängerin. Roman. Die Kommissar Kleefisch-Serie
Lima die Schöne - Lima die Schreckliche. Reportagen
Wenn bei uns ein Greis... Reportagen
Nachruf auf eine Revolution
Roman
Aus dem Spanischen von Ursula Bachhausen
Famen und Esperanzen 17
Geb., 376 Seiten
ISBN 978-3-936791-36-5
€ 18,90
Der Chef von Fidel Castro Ruz´persönlicher Leibwache, Facundo, tritt seinen Dienst im Innenministerium kurz vor Morgengrauen an. Seit Jahrzehnten begleitet er Castro bei allen seinen Gängen, Ortswechseln, Reisen, beobachtet und taxiert alle Gesprächspartner, ist bei Arbeitssitzungen und Konferenzen zugegen. Der eine ist der Schatten des anderen.
An diesem Morgen, noch vor Sonnenaufgang, wird Facundo, wie auch alle anderen Mitarbeiter, in seinem Büro eingeschlossen: Fidel Castro ist tot. Die Führung überlegt, was jetzt zu geschehen hat.
Facundo, Zigarre rauchend, Kaffee trinkend, das Erwachen Havannas von seinem Fenster aus beobachtend, reflektiert in diesen Stunden sein Leben und das seines Chefs. Er sucht für sich nach der Möglichkeit, diesen Tod zu bewältigen, bevor er in den Wirbel, die Kämpfe, die Intrigen und auch in seine persönliche Leere und Perspektivlosigkeit hineingerissen wird. Er sucht Halt in den sechzig Jahren der offiziellen Geschichtsschreibung –
und er hört die Stimmen der Dissidenten, die wiederum eine ganz andere Geschichte erzählen. Er sieht sich, er sieht seinen Chef und dessen Wahrheiten, er hört die Wahrheiten anderer, die auch nicht wahr sein müssen – so zieht Facundo Bilanz. Und so entsteht, in Form eines Romans, der Nachruf auf eine Revolution.
Schon vor Erscheinen wurde dieses Buch ausgezeichnet mit dem
"Internationalen Literaturpreis Vargas Llosa"
"Ich bin ein kubanischer Schriftsteller: das ist mein Kreuz.
Ich lebe nicht mehr in Kuba: Kuba lebt in mir.
Ich liebe meine Insel mit derselben Kraft, mit der ich sie erleide. Ich liebe ihre Unterschiedlichkeiten, und ich leide unter ihren Blindheiten. Ich liebe Benny Moré und Celia Cruz, Fernando Ortiz und Moreno Fraginals, Lezama Lima und Eugenio Florit, Carpentier und Cabrera Infante; und ich leide unter den absurden Gründen, mit denen versucht wird, ihnen zu nehmen, was sie sind: der Reichtum aller Kubaner, jenseits von Anschauung, Zugehörigkeit, Intoleranz und Extremismus."
Roman
geb., 424 Seiten
ISBN 978-3-936791-57-0
€ 19,95
Ausgabe als eBook:
ISBN 978-3-936791-59-4
€ 11,90
Abrufbar unter
Im Florenz der sechziger bis achtziger Jahre gab es eine nie aufgeklärte Serie von Morden an Frauen. Jetzt erlebt die Stadt weitere Morde, die Opfer sind stilisiert nach bekannten Motiven der Florentiner Kunstgeschichte.
Der Roman zeigt eine böse, exzessive Liebe in einer Stadt, die immer schon neben dem »Schönen« auch das Abgründige und Böse liebte, was nahe legte, die erotischen, kunsthistorischen und psychiatrischen Elemente der Handlung mit einem Plot zu versehen, der durch kontinuierlich sich steigernde Elemente des Kriminalromans vorangetrieben wird:
Ein Seiltänzer wird auf dem Seil über dem Arno zu einem Experiment der Schlaflosigkeit missbraucht und stürzt ab; ein das Experiment begleitender Neurologe sucht seine unter mysteriösen Umständen in der Stadt verschwundene Geliebte, mit der ihn die Erinnerung an gemeinsame sexuelle Manien verbindet; ein Maler brütet über der Erweiterung seiner Kunsttheorie, derzufolge die höchste Ästhetisierung ein Kunstakt sei, der gleichzeitig ein Tötungsakt ist.
Florenz, die Stadt der Kunst, auf der im Hochsommer eine unerträgliche Hitze lastet, erscheint als ein Ort, der gängigen touristischen oder kunsthistorischen Lesarten zuwiderläuft.

Willi Achten, geb. 1958 in Mönchengladbach, studierte Germanistik und Sonderpädagogik, arbeitet als Lehrer für verhaltensauffällige Schüler, schreibt Lyrik und Prosa.
Roman
Aus dem Spanischen von Willi Zurbrüggen
Famen und Esperanzen 16
Geb., 224 Seiten
ISBN 978-3-936791-27-3
€ 17,90
Zeugnisliteratur – Carlos Garrido erzählt die Geschichte seiner Tochter und die seines Verhältnisses zu ihr, das sich brutal in dem Augenblick verändert, da bei Alba eine tödliche Krankheit festgestellt wird. Vater und Tochter leben in einer Grenzsituation, die zunächst alle bisherigen Werte sinnlos erscheinen lässt.
Zeugnisliteratur – das Ergebnis ist ein literarischer Text, der erschrecken lässt und gleichzeitig aufrichtet. In ihm tauchen die großen Themen des Menschen und der Menschlichkeit auf: der Schmerz, das Schicksal, der Tod, gesehen mit den Augen einer jungen Frau von 22 Jahren. Der Kampf Albas, intensiv und voller Zärtlichkeit von ihrem Vater erzählt, besteht vordringlich darin, die eigenen Werte, das Selbst, die Integrität bis zum Schluss bewahren zu können.
So ist ein Buch entstanden, der Monolog eines allein erziehenden Vaters, der von seinen tiefsten Gefühlen spricht und sie auszudrücken versteht: eine wahre Geschichte, erzählt mit den Mitteln eines Romans. Eine Aufforderung auch, mutig zu sein und das Leben zu leben. Und es ist eine Reflexion über Träume, Vorahnungen und nicht ausgelotete Teile unserer Sensibilität.
"Jeder, der dieses Buch aufmerksam liest, wird sich am Ende verändert haben." (Leonardo Garro, Literaturkritiker und Psychiater)

Carlos Garrido, geb. 1950 in Barcelona, Journalist, Schriftsteller, Rockmusiker und Archäologe des Mittelmeerraumes. Er veröffentlichte Studien über die Balearen (Mallorca, Menorca), Katalonien und Griechenland sowie Romane und Reportagen.
"So wie eine Krankheit heilsam sein kann, gibt es stupide Glückseligkeit, die zugrunde richtet. Vielleicht habe ich nicht alle Möglichkeiten meines Lebens mit Alba genutzt, doch als ich den bedrohenden Schatten des Todes sah, sagte mir eine innere Stimme, dass ich bis ans Ende gehen musste.
Und es ging. Man muss seine Seele darauf einstimmen und darf keine Angst haben. Gewinnt die Tragödie dadurch eine andere Qualität?
Ich erzähle es dir auf einer Reise."
Die wahre Geschichte von Lady Chatterley und ihrem Liebhaber
Roman
Aus dem Italienischen von Linde Birk
Geb., 248 Seiten
ISBN 978-3-936791-42-6
€ 18,90
1925, von der Tuberkulose schwer gezeichnet, schreibunfähig und impotent (aber immer noch davon überzeugt, dass der Eros d i e treibende und rettende Kraft sei), lässt sich D. H. Lawrence mit seiner deutschen Frau, der Baronin Frieda von Richthofen, in Spotorno an der italienischen Riviera nieder, weil er sich vom Klima Linderung erhofft. Sein Zustand verschlechtert sich eher. Aber hier treffen sie auf den jungen Offizier Angelo Ravagli, der nicht nur Friedas Liebhaber wird, sondern, zunächst ohne sein Wissen, in einer listigen und voyeuristischen Inszenierung von Lawrence selbst, zur Vorlage und zum Akteur seines letzten Romans und Frieda von Richthofen zur späteren Lady Chatterley. Mit dieser Inszenierung und dem genauen Nachvollzug eines Liebesverhältnisses gewinnt Lawrence einen Teil seiner Schreibkraft wieder und verfasst seinen letzten, den skandalträchtigsten Roman des 20. Jahrhunderts, Lady Chatterley und ihr Liebhaber, der in England erst 1960 erscheinen darf, 30 Jahre nach dem Tod des Autors.
Giorgio Strehler, dem Direktor des Piccolo Teatro in Mailand, schwebt Mitte der 70er Jahre ein Theaterstück vor. Deswegen reist Alberto Bevilacqua nach Spotorno und geht hier, vor Ort, der Entstehungsgeschichte des Romans nach. Er trifft auf Ravagli, ein inzwischen alter, aber noch rüstiger Mann, der bislang stets über seine Rolle geschwiegen hat. Jetzt redet er. Und so beginnt auf den Spuren des alten Romans ein neuer.

Alberto Bevilacqua, geb. 1934 in Parma, gehört heute in Italien zu den bekanntesten Größen der Literatur. Sein erstes Buch wurde von Leonardo Sciascia hoch gelobt, konnte aber aus Gründen der Zensur erst 2000 erscheinen. Es folgten Romane, Gedichtsammlungen und Drehbücher, bei denen er mit Regisseuren wie De Sica und Rossellini zusammenarbeitete.
Roman
Famen und Esperanzen 8
geb., 384 Seiten
ISBN 978-3-936791-01-3
€ 18,90
"Dr. Gallant aß für sein Leben gern Fisch, am liebsten in Butter gebratenen und mit einer Remouladensoße garnierten Kabeljau. Und so erschien er an jenem Freitag, trotz seiner ungezählten Pflichten als Rechtsanwalt, Sprecher des Deutsch Südwest Bundes und Mitglied des Landesrates, pünktlich zum Mittagessen. Er entkorkte eine Flasche Tafelwein, setzte sich gutgelaunt zu seiner Frau an den Tisch und wollte sich gerade eine halbierte Salzkartoffel in den Mund schieben, als hinter ihm die Stimme des Nachrichtensprechers, verzerrt vom Rauschen und Summen der Statik, den Zweiten Weltkrieg ankündigte."
Giselher W. Hoffmann, 1958, Windhoek, Namibia, Enkel deutscher Einwanderer, zunächst Berufsjäger, ist heute der bekannteste Schriftsteller seines Landes.
Mit ihrem Eintritt in den 2. Weltkrieg internierte die Südafrikanische Union den Großteil der politisch auffällig gewordenen Männer ihres Mandatsgebietes Südwest, einst deutsche Kolonie und heute Namibia. Mit leichter Hand und einer Vielzahl von Figuren wird entlang dem historischen Gerüst das Innenleben der Lager und das veränderte Leben vor allem der Frauen entworfen.

aus dem Spanischen
von Willi Zurbrüggen
Reihe Famen und Esperanzen 10
geb., 128 Seiten
mit zahlreichen Familienfotos
ISBN 978-3-936791-07-5
€ 13,90
Aus den Zeugnissen eines Kindes, eines Jugendlichen, eines Mannes setzt Mauricio Rosencof die Geschichte seiner Familie und seine eigene zusammen: von den Konzentrationslagern der Nazis bis in die Gefängnisse der uruguayischen Militärdiktatur; aus einem polnischen Dorf mit jüdischer, Flucht und Emigration gewohnter Minderheit in eine Schneiderwerkstatt und ein Pflegeheim Montevideos:
Ein Muss für jeden, der sich für lateinamerikanische Literatur interessiert und der überdies eine meisterliche Übertragung ins Deutsche genießen möchte.

Mauricio Rosencof, geb. 1933 in Florida/Uruguay als Sohn einer polnisch-jüdischen Einwandererfamilie. Er arbeitet zunächst als Journalist, schreibt für das Theater, wird bald zum bekanntesten Dramatiker seines Landes. Nach dem Putsch des Militärs wird er 1972 als politischer Verantwortlicher der Stadtguerilla „Tupamaros“ verhaftet. Er wird zur „Geisel des Staates“ erklärt und zusammen mit acht weiteren Gefangenen elfeinhalb Jahre in unterirdischen, zwei Quadratmeter großen Zellen buchstäblich lebendig begraben. Mit der Abdankung des Militärs wird er 1985 befreit. Heute ist er Direktor für Kultur der Hauptstadt Montevideo.