Krimi & Co.

Warum nennen wir diese Reihe ... & Co.?

Weil die Bücher Spannung bieten – und Literatur.

Weil sie unterhalten – und dabei aufklären.

Weil sie soviel über ihre Herkunftsländer erzählen,

dass sie gleichzeitig Reiseführer sind.

Die sechste Insel

Daniel Chavarría

Die sechste Insel

Roman

Aus dem Spanischen von Andreas Klotsch

Krimi & Co.

Klappenbroschur, 440 Seiten

ISBN 978-3-936791-41-9

€ 12,90

"Die sechste Insel" füllt nicht nur fast ein halbes Tausend Seiten: er spielt auch in drei Jahrhunderten. Und seine Schauplätze sind auf mehrere Kontinente verteilt, so u.a. auf New York, die Karibik, Argentinien, Chile, Kolumbien, Sri Lanka, Singapur, England, Spanien, Marokko. Er ist Wirtschaftskrimi, Beichtbericht, Liebesroman, Kulturgeschichte, Piratenstory. Und wie viele hintersinnige Geschichten beginnt auch diese recht harmlos: Da berichtet ein ehemaliger Jesuitenzögling aus Uruguay seinem väterlichen Freund, was ihm während der letzten zwanzig Jahre widerfahren ist. Da wird Lou Capote, Topmanager bei dem amerikanischen Elektronikkonzern ITT beauftragt, einen neuartigen Laser auszuspionieren. Und da beichtet schließlich ein spanischer Abenteurer aus dem 17.Jahrhundert all die Fähr- und Wirrnisse seines wechselvollen Geschicks. Was verbindet diese Geschichten, welches Geheimnis umgibt diese Personen?

Natürlich wäre dieser ganze Aufwand bloßer Theaterdonner und erzählerische Hochstapelei, wenn Daniel Chavarría nicht so souverän alle Hilfsmittel beherrschte, die sich in einem gut bestückten literarischen Werkzeugkasten finden. So aber ist DIE SECHSTE INSEL im besten Sinn ein Abenteuerroman – spannend, unterhaltsam, Wissen vermittelnd und Menschlichkeit einfordernd selbst dort, wo sie in nur sehr beschädigter Form zu finden ist. Ein Abenteuer auch für den Leser, der bedauert, wenn es zu Ende geht. Übrigens mit einem happy end.

Chavarria

Daniel Chavarría, geb. 1933 in San José de Mayo/Uruguay. Sein Studium der klassischen Philologie unterbrach er für einen langen Aufenthalt in Europa, wo er u.a. Fremdenführer im Prado in Madrid, Bergarbeiter in Essen, Fabrikarbeiter in Köln war. Danach schlug er sich in verschiedenen Ländern Lateinamerikas durch, lebte im brasilianischen Urwald und arbeitete als Logistiker für eine Guerrilla Kolumbiens – alles dies auch mit der vagen Vorstellung, zunächst ein reiches Leben zu führen, aus dem er später als Schriftsteller schöpfen könnte. 1969 landete er mit einer entführten Maschine auf Kuba, nahm sein Studium wieder auf und war zwölf Jahre lang Professor für Griechisch und Latein in Havanna, bis er 1978 zu schreiben begann. Längst gehört er mit seinem umfangreichen Werk zu den Großen der Kriminalliteratur, seine Bücher werden in viele Sprachen übersetzt und verfilmt.

Die Wunderdroge

Daniel Chavarría

Die Wunderdroge

Roman

Aus dem Spanischen von Jürgen Alberts, Cristian Cortés

Krimi & Co.

Engl. Brosch., 528 Seiten

ISBN 978-3-936791-03-7

€ 14,90

1970, noch mitten im Kalten Krieg,wird im brasilianischen Urwald ein Baum entdeckt, aus dessen Blättern die Indianer für ihre Riten einen halluzinogenen Sud kochen. Und schon beschäftigt der amerikanische Geheimdienst Labors, setzt Soldaten und Gefangene als Testpersonen ein, schaltet durch Killerkommandos alle Mitwisser aus bei der Entwicklung einer Droge, durch die das Verhalten von Menschen, ohne ihr Wissen, völlig beliebig manipuliert werden kann: eine ideale Waffe. Damals und heute.

„In diesem Thriller beweist sich der Kriminalroman als Labor neuer Schreib- und Erzählweisen ... und außerdem zeigt er noch eine Vision des Humanen auf und belegt sie mit der psychologischen Durchdringung der Figuren, seiner großartigen Phantasie und seiner Gelehrsamkeit.“
(Graffiti)

„Ein Roman, der dich vom ersten Kapitel an begeistert und in dem sich viele Geschichten und Personen zu einem Mosaik fügen, das die ganze Welt abbildet. Hier weht der Atem der großen Weltliteratur.“
(Jesús Lens Espinosa/ La Gangsterera)

Adiós, ihr Jungs!

Daniel Chavarría

Adiós, ihr Jungs!

Aus dem Spanischen von Jürgen Alberts, Cristian Cortés

Krimi & Co.

Brosch., 212 Seiten

ISBN 978-3-936791-28-0

€ 12,90

Dies ist die Geschichte von Alicia, die in Havanna nicht auf den Strich geht – Alicia besitzt ein Mountainbike. Auf ihm kommen ihre Reize unwiderstehlich zum Ausdruck. Und mit ihm hat sie zu stürzen gelernt, wenn der ihr folgende Wagen von einem einzelnen Touristengesteuert wird und dieser attraktiv ist. Alicia ist wählerisch, schließlich sucht sie eine Partie fürs Leben. Mama hilft ihr dabei mit gekühlten Drinks und scharf gewürzter kubanischer Küche. Bis sie an Victor King gerät, ein kanadischer Geschäftsmann mit dunkler Vergangenheit und Träumen von Reichtum. ...


Amir Valle

Amir Valle

Amir Valle, geb. 1967 in Guantánamo, arbeitete als Journalist, Literaturkritiker, Herausgeber. Für seine eigenen erzählerischen Arbeiten wurde er zunächst in Kuba mehrfach ausgezeichnet, betrieb im Internet eine offene, digitale Zeitschrift, die aber schließlich gesperrt wurde. Nach einem Aufenthalt in Spanien wurde ihm die Wiedereinreise verwehrt. Zur Zeit lebt er mit seiner Familie als Stipendiat des Programms writers in exile des P.E.N.-Zentrums Bundesrepublik in Berlin.

 

Straße in Havanna

Im Ausland war man immer geneigt, Kuba als ein Land in schwarz und weiß zu sehen, ohne die Nuancen, die es in jeder Gesellschaft gibt. Kuba hat eine lange Geschichte sozialer Kämpfe, die nicht erst mit der Revolution, sondern bereits in den 20er Jahren begonnen haben ... Ich glaube nicht, dass irgendjemand, der heute sieht, wie die Kubaner leben, behaupten kann, sie seien glücklich: 90% der Bevölkerung leben von Schwarzarbeit und Doppelmoral. Der Tourist, der nach Kuba fliegt, sieht, was für gute Menschen wir Kubaner sind, dass es keine Gewalt in den Straßen gibt - die gibt es, aber im Verborgenen -, dass es eine minimale Gesundheitsversorgung gibt, dass die Bildung nichts kostet, auch wenn sie stark politisiert ist, und das alles führt dazu, dass viele Leute eine falsche Vorstellung bekommen. Aber außerhalb Kubas, einem Land mit elf Millionen Einwohnern, leben etwa drei Millionen Kubaner, und jede Woche versuchen zwischen drei- und viertausend Menschen auszuwandern.

Mein Kuba ist weder das der Postkarten noch das finstere Kuba, das viele der Rechten schildern. Ich habe in einem Kuba gelebt, in dem es Ausgrenzung, Doppelmoral, große menschliche Verarmung gibt, aber in dem die Leute weiterhin die Hoffnung haben, dass ein besseres Leben dort oder irgendwo anders möglich ist. Es ist natürlich auch ein Kuba mit Sonne, Stränden und Mulattinen. Ich habe im Herzen von Havanna gelebt, wo alle meine Kriminalromane spielen. Es ist architektonisch wunderschön, aber gleichzeitig völlig verfallen. Es ist das Zentrum der Marginalisierung. Und dennoch haben die Menschen, die dort wohnen, weiterhin ihre Träume.

(Amir Valle)

 

Freistatt der Schatten

Amir Valle

Freistatt der Schatten

Havanna-Folge IV

Roman

Aus dem Spanischen von Bernhard Straub

Geb., 320 Seiten

ISBN 978-3-936791-44-0

€ 17,90

Gusanos werden sie offiziell gescholten: Würmer - Balseros heißen sie neutraler: Floßfahrer - all jene, die Kuba zu Wasser verlassen und hoffen, trotz ihrer kaum seetüchtigen Boote, Flöße, trotz der Haie und kriminellen Schieber Florida zu erreichen. Längst sind auch die Flüchtenden als Geschäft entdeckt und haben sich dabei kriminelle Strukturen herausgebildet. In der vierten Folge seiner Havanna-Serie beschreibt Amir Valle einen besonders krassen Fall, der nach dem Grundsatz handelt: an Land vorab kassieren - auf hoher See entsorgen. Und er erweitert mit dieser Beschreibung die Techniken des Kriminalromans, sodass sich Puristen darüber streiten mögen: ist es nun ein Krimi - oder ein überragend guter Roman. Wir sagen: eben ein Kriminalroman von Amir Valle.

Weitere Bücher von Amir Valle in unserem Programm:

 

Abstieg in die Hölle - Zwei Romane der Havanna-Serie in einem Band

Die Wörter und die Toten

Habana Babilonia - Prostitution in Kuba

 


Miss Mary Huana

Peter-Paul Zahl

Miss Mary Huana

Roman

Krimi & Co.

Geb., 232 Seiten

ISBN 978-3-936791-22-8

€ 15,90

Zahls Krimiserie aus Jamaika soll einmal 14 Bücher umfassen, aus soviel Provinzen besteht die Insel. Der Privatdetektiv Aubrey Fraser, unter Freunden bündig Ruffneck, liebt alle Frauen, besonders die heimischen: die Frauen Jamaikas. Und er liebt das Marihuana, für dessen Legalisierung er entschieden eintritt. Gelegentlich hat er einen Auftrag und muss arbeiten. Dann kommen vorübergehend die Frauen zu kurz, aber nicht der Spliff. Bei der Arbeit hilft ihm sein Freund Prento. Gemeinsam haben sie sich schon mit der Politmafia der Insel beschäftigt, mit den kriminellen Auswüchsen des Sextourismus, jetzt haben sie es mit den Bossen der harten Drogen zu tun, für die Jamaika, gelegen zwischen Kolumbien, Mexiko und den USA, ein idealer Umschlagplatz ist.

Peter-Paul Zahl

Peter-Paul Zahl, geb. 1944 in Freiburg/Breisgau, gelernter Drucker und gelehrter Autodidakt. Er veröffentlichte Aufsätze, Gedichte, Romane und Theaterstücke. Bald nach seiner Haftentlassung von 1982 siedelte er sich in Jamaika an, wo alle seine bisherigen Kriminalromane spielen.

Ingrid Noll über das erste Buch der Ruffneck-Serie:

"Das Eigenartige an Peter-Paul Zahls „Schönem Mann“ ist, dass man sich weniger mit Einzelfiguren verbündet (...), als mit einem ganzen kaffeebraunen Volk. Beim Lesen beginnen wir uns in diesen fröhlichen Menschenschlag zu verlieben.

Peter-Paul-Zahl ist das Hineinfühlen in eine andere Welt, das Mitempfinden mit fremden Personen, das emphatische Erleben vorzüglich gelungen. Mir wurde (...) diese fremdartige, exotische Welt so sehr zu der meinen, dass mein Blick am Ende des Buches mit großem Befremden auf die eigenen weißen Hände fiel."

 


Die Nachbarin

Roberto Estrada Bourgeois

Die Nachbarin

Aus dem Spanischen von Monika Heine

Krimi & Co.

geb., 216 Seiten

ISBN 978-3-936791-25-9

€ 15,90

Juan Luis Higueras, Notar in der spanischen Provinz, ist ein unauffälliger Mann, ohne Familie und mit nur wenigen Freunden. Seine erste sexuelle Erfahrung war nicht so, dass er darüber reden will. Als er sich mit über 30 in ein erstes Abenteuer stürzt, stellt er fest, erst dann befriedigt zu sein, wenn er aus der Frau ein Opfer gemacht hat. – Andux ist ein Kriegsveteran in Havanna, den seine traumatischen Erfahrungen in Angola impotent gemacht haben, der seine Depressionen mit Alkohol zu dämpfen sucht und von seiner Zimmernachbarin träumt. – Als Higueras bei seinen Serienmorden in Spanien einige Fehler unterlaufen, verdingt er sich als Geschäftsführer einer spanischen Firma in Kuba und aller Wege kreuzen sich.

Bourgeois

Roberto Estrada Bourgeois, geb. 1950 in Havanna, wo er als Jurist arbeitet und, nur scheinbar widersprüchlich in einem sozialistischen Land: Eigentum registriert. Er schrieb zunächst sciencefiction, dann erst Kriminalromane. Deutschen Krimifreunden ist er bekannt geworden mit dem Roman „Ein Modigliani aus Kuba“, der Geschichte eines Kunstraubes.


Der Kardinal, ganz in Rot und frisch gebügelt

Peter Faecke

Der Kardinal, ganz in Rot und frisch gebügelt

Roman

Krimi & Co.

Geb., 200 Seiten

ISBN 978-3-936791-33-4

€ 15,90

Lange nicht jeder Kölner heißt Schmitz oder Millowitsch. Viele heißen zum Beispiel einfach: Kleefisch. Einer heißt Johannes B.Kleefisch. Auch er ein ganz gewöhnlicher Kölner. Mit zwei Ausnahmen: er ist zwangspensionierter Kriminalhauptkommissar – und er hatte bis eben noch ein unstillbares Verlangen nach Frauen und Alkohol. Inzwischen hat er den Alkohol wenigstens im Griff, arbeitet als Privatdetektiv –

und schon ist er die Figur einer Kriminalserie. Und stößt auf zwei junge, muslimische Mütter, die kurz hintereinander in seinem Viertel erschlagen und geschändet neben ihren Kinderwagen aufgefunden werden. Dem Metropoliten der Kirchenprovinz Köln, dem Kardinal, wird eine missverständliche Äußerung unterstellt, die als Schmähung des Propheten Mohammed um die Welt geht. Hunderte, bald Tausende aufgebrachter Muslime reisen nach Köln und drohen, den Dom zu stürmen und zu zerstören, wie 1992 aufgebrachte Hindis eine ihrer Moscheen im indischen Ayodhya zerstörten.

Und mit dieser neuen Nüchternheit, an die er sich gewöhnen muss, stellt Johannes B.Kleefisch fest, dass der Täter aus seinem Umfeld kommt, aus seinem Viertel, das er zu kennen glaubte wie die Wiege seiner Kindheit. Er ist neuerdings nicht bloß nüchtern, er ist auch alleine. Und er hat tatsächlich mit seinem scharfen Auge des Kommissars, auf das er sich bislang glaubte verlassen zu können, überhaupt noch nichts erkannt von seiner Stadt.

Textprobe:

Wie oft hast du diese Geschichte jetzt schon erzählt? sagte Kleefisch zu Fiddy, der mit roten Händen Kölschgläser spülte und sie in einer langen, tropfenden Reihe kopfüber, hell klirrend aufstellte.

Jeder neue Gast, der ein Stammgast zu werden verspricht, kriegt sie zu hören. Eine Gabe des Hauses.

Fiddy war Messdiener in St.Agnes gewesen, bevor die Kirche ausbrannte. Später hatte er noch lange das Mitteilungsblatt der Gemeinde im Viertel ausgetragen. Als er aber nach seiner zweiten Ehe für eine 16jährige, wohlweislich katholische Philippina beim Pastor von St.Agnes den kirchlichen Segen erbat – Imelda hieß sie, hatte den schönen Hintern einer Hummel, maß 1,56 m und lernte in der Neusser Straße gerade Fleischfachverkäuferin – zeigte der ihm die rote Karte. Platzverweis. Auf Anweisung von oben. Das hatte Fiddy bis heute nicht verwunden. Seitdem erzählte er jedem neuen Gast, ob der wollte oder nicht, die Geschichte vom Metropoliten der Kirchenprovinz Köln, dem Kardinal.

Die begann in Breslau. Im Nachkriegs-Kerzenlicht Schlesiens, aus dem die polnischen Kommunisten das Kind mit den üblichen gotteslästerlichen Flüchen und Stockschlägen vertrieben. Ein Flüchtlingskind eben, sagte Fiddy hier, das bleibst du dein Leben lang.

Ein Bankkaufmann erst, sagte er. Dann ein zögerlich Erweckter im Spätberufenenseminar Norbertuswerk Magdeburg. Ein Beschädigter immer unter den deutschen Kommunisten in Thüringen endlich, wo er das karge Eichsfeld verwechselte mit „der Insel im Meer des Unglaubens“, sagte Fiddy. Ein verhärteter Mann. Ein anerkannter Hardliner. Ein Kind bis heute, sagte er.

Weitere Bücher von Peter Faecke in unserem Programm:

 

Landschaft mit Gärtner. Roman. Das Kowalski-Projekt I

Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande. Roman. Das Kowalski-Projekt II

Die geheimen Videos des Herrn Vladimiro. Roman. Das Kowalski-Projekt III

Die Geschichte meiner schönen Mama. Roman. Die Kommissar Kleefisch-Serie I

Lima die Schöne - Lima die Schreckliche. Reportagen aus Peru.

Wenn bei uns ein Greis... Reportagen aus Afrika.

 


Leibrenten

Emilie Heinrichs

Leibrenten (1866)

Roman aus der Gegenwart

Engl. Broschur, 416 Seiten

Band I der Reihe " Criminalbibliothek 1850-1933 "

ISBN 978-3-936791-56-3

€ 13,80

"Es ist bei Gott eine Misère in der Welt", seufzt unser invalider Lieutnant, "die Dummheit hält das Heft der Thaten in beiden Händen, während der Verstand zur Rolle des müßigen Zuschauens verdammt ist."

Und so wird in diesem Roman betrogen und intrigiert, unterschlagen und erpresst, bestochen und diskriminiert. Zweimal wird ungesühnt gemordet, einmal aus Habsucht, einmal zur politischen Vertuschung, zwei "Märtyrer" bleiben auf der Strecke, die Bedrängten, die Unterdrückten verabschieden sich am Ende resigniert in die Emigration. Und die Gegenwart geht weiter ihren bösen Gang. Und alles das wird aufgeschrieben von einer Frau, die mehr Hintern in der Hose hat als die meisten ihrer männlichen Kollegen!

Emilie Heinrichs, 1823-1901. Sie schrieb 1848 erste politische Gedichte für "Die Befreiung" Schleswigs. Seit ihrer Verheiratung 1850 lebte sie in Hannover, das sie dann jedoch wegen der sich zuspitzenden politischen Lage verlassen musste. Neben historischen Romanen und Lyrik schrieb sie auch Theaterstücke.

Herr von Syllabus

Benno Bronner

Herr von Syllabus

Criminalnovelle (1873)

Engl. Broschur, 160 Seiten

Band 2 der Reihe " Criminalbibliothek 1850-1933 "

Herausgegeben von Dieter Paul Rudolph

ISBN 978-3-936791-61-7

€ 11,90

Ein Räuberhauptmann treibt sein Unwesen. Oder treibt der Autor nur ein böses Spiel mit seinen Lesern? Begleiten wir den biederen Ökonomen Blasius Scheuermann und die Seinen durch eine Zeit, die sie nicht mehr verstehen. Eine Zeit zunehmender Industrialisierung, aufmüpfiger Kunst und ausschweifenden Konsums unterhaltender Lektüre, das alles vor dem Hintergrund eines immer weiter abgedrängten orthodoxen Christentums und seiner aggressiven Versuche, den Lauf der Geschichte aufzuhalten.

Eine glänzende Satire über das Deutschland zu Zeiten der Industrialisierung und die potentielle Gefährlichkeit von Kriminalromanen und anderem «Schund». Aber auch ein Roman, der die Fronten überraschend differenziert und zeigt, dass «reaktionär» nicht immer «reaktionär» war und das Moderne nicht immer mit modernen Ansichten einherging.

In einer Brautnacht

J.D.H. Temme

In einer Brautnacht

Criminalerzählungen (1860ff)

Engl. Broschur, ca. 180 Seiten

Band 3 der Reihe " Criminalbibliothek 1850-1933 "

Herausgegeben von Dieter Paul Rudolph

ISBN 978-3-936791-62-4

€ 11,90

Keiner hat die frühe deutsche Kriminalliteratur so geprägt wie Jodocus Donatus Hubertus Temme. Der Jurist, als eine der Schlüsselfiguren der deutschen Revolution von 1848/49 in seiner westfälischen Heimat verfolgt und schließlich in die Schweiz emigriert, veröffentlichte über fast drei Jahrzehnte Erzählungen (vor allem in der populären «Gartenlaube») und Romane, die nicht nur vorzüglich unterhielten, sondern immer auch Aufklärung und politische Kritik transportierten.

Die in diesem Band versammelten Erzählungen sind Kostproben des glänzendsten Stilisten und wohl meistgelesenen Autors der deutschen Kriminalliteratur des 19. Jahrhunderts. Politisch und anrührend, nüchtern und sezierend. Unter anderem mit dem ersten „Noir“ des Genres («In einer Brautnacht») und einer perfekten Mischung von gehobener Unterhaltung und politischer Analyse («Ein Amnestirter»).