Ein Fall für Questore Bustamante
Roman mit Vatikan
Krimi & Co.
Engl. Broschur, ca. 180 Seiten
ISBN 978-3-941795-24-2
€ 11,00
Auslieferung: August 2010
Als vollständige eBook-Ausgabe kann es bereits jetzt abgerufen werden unter:
beam-ebooks.de gegen € 7,-.
Der Kriminalist Bustamante, Weinkenner, Feinschmecker und Agnostiker, der u.a. Theologie studiert hat, leitet die Verbindungsstelle der italienischen Justiz zum Vatikan. Er ermittelt in Fällen, in die der Kirchenstaat verwickelt ist.
In Mailand tauchen zwei Leichen auf, deren Köpfe bis zur Unkenntlichkeit deformiert sind. Aus dem römischen Tiber werden die Leichen von zwei im Vatikan beschäftigten Priestern geborgen, die ähnliche Deformationen aufweisen. Gegen beide Priester liegen Strafanzeigen wegen Kindesmissbrauch vor. Und weitere Leichen tauchen auf...
Roman Carus ist das Pseudonym eines deutschen Theologen, der längere Zeit in Rom beschäftigt war. Er veröffentlichte u.a. "Mein Vater, der Papst" und "Ritenstreit" - beides kirchenkritische Kriminalromane mit dem Questore Bustamante.
Kriminalerzählungen aus Argentinien
Aus dem Spanischen von Ursula Bachhausen
Krimi & Co.
Deutsche Erstausgabe
Engl. Broschur, ca. 190 Seiten
ISBN 978-3-941795-57-0
€ 11,95
Auslieferung: September 2010
Sonderprogramm Buchmesse Frankfurt: Argentinien
Vicente Battistas Kriminalerzählungen handeln natürlich auch, wie es dem Genre entspricht, von Mord, von Tätern, Opfern, von Zeugen und Ermittlern, von Lügen, Vertuschungen und der möglichen Wahrheit.
Aber darüber hinaus handeln sie auch immer von einem Land: Argentinien. Und von einer Stadt: Buenos Aires. Es kann sie nur hier geben. Und das in einer Sprache, die von der Reduktion, der Aussparung lebt. Gerade das, was nicht gesagt wird, erzeugt die Spannung. Genau darin ist Battista ein Meister.

Vicente Battista, geb. 1940 in Buenos Aires, Mitarbeiter und Gründer von Zeitschirften, veröffentlichte Romane, Erzählungen, Drehbücher, wurde u.a. mit dem Literaturpreis "Planeta de Argentina" ausgezeichnet.
Roman. Der zweite Fall für Kleefisch
Im Anhang: Rodolfo Walsh -
"Offener Brief eines Schriftstellers an die Militärjunta"
Krimi & Co.
Paperback, 288 Seiten
ISBN 978-3-941795-32-7
€ 10,95
Auslieferung: August 2010
Sonderprogramm Buchmesse Frankfurt: Argentinien
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In Köln spielt ein Oswaldo Liebermann Geige und liest Heinrich Heine. Rechtzeitig vor den Nazis flieht er nach Argentinien. Hier wird er zu Osvaldo Liebermann und zum Viehzüchter, der mit Vielen Geschäfte zu machen versteht:
mit den unterschiedlichen Regierungen ebenso wie mit den schließlich auch nach Argentinien geflohenen Nazis.
Er zeugt drei Dutzend Kinder, die sich nach seinem Tod verbittert ums Erbe streiten und von denen einige während der argentinischen Militärdiktatur wiederum nach Köln fliehen.
Hier ist der Kommissar Kleefisch gefragt, der zwei Morde aufklären soll. Und die Frage zu beantworten hat: wer ist Opfer, und wer Täter?
- Erzählt wird in knappen, filmartigen Szenen - Episoden argentinischer Gegenwartsgeschichte, die über den Atlantik hinweg eng mit der deutschen verwoben ist.
Roman
Aus dem Spanischen von Klaus E. Lehmann
Krimi & Co.
Engl. Broschur, ca. 480 Seiten
ISBN 978-3-941795-58-7
€ 13,95
Auslieferung: September 2010
Sonderprogramm Buchmesse Frankfurt: Argentinien
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Daniel Chavarría gehört mit seinem umfangreichen Werk längst zu den Goßen der kriminalistischen Weltliteratur. Und wie immer erzählt er, um einen zentralen Fall herum, von Menschen und Ländern.
Hier von Argentinien und Kuba, wohin sich ein argentinischer Folterer aus den Jahren der Militärdiktatur mit falscher Identität geflüchtet hat und es sich als Unternehmer im verarmten Havanna gutgehen lässt - bis ihn eines seiner Opfer enttarnt und einen subtilen Racheplan entwickelt.

Daniel Chavarría, geb. 1933 in Uruguay, lebte lange in Europa, so als Bergarbeiter in Essen, Museumsführer in Madrid, dann in verschiedenen Ländern Lateinamerikas, bis er sich auf Kuba niederließ.
Hier nahm er sein Studium der klassischen Philologie wieder auf und war 12 Jahre Professor für Latein und Griechisch, bevor er damit begann, die Erfahrungen aus seinen Vagabundenjahren in Romane umzusetzen.
"Ich will mir als Schriftsteller keine besondere Bedeutung zumessen, unter dieser Verwirrung leide ich nicht. Aber ich will Werte vermitteln, und dabei ist wichtig, wie das geschieht. Ich mache das auf lockere Art, light." (Daniel Chavarría)
Zwei Thriller aus Kuba. Krimi & Co
Aus dem Spanischen von Bernhard Straub
Paperback, ca. 350 Seiten
ISBN 978-3-936791-93-8
€ 12,90
Auslieferung: August 2010
In der mehr und mehr zerfallenden Altstadt von Havanna sammeln sich die Marginalisierten und die tatsächlich oder tendenziell Kriminellen. Hier hat Amir Valle jahrelang gelebt und die Unter- und Zwischenwelten Kubas recherchiert. Dabei hat er sich mit dem alten Farbigen Alex Vargas angefreundet, der, als die Mafia unter Meyer Lansky und anderen noch die Stadt beherrschte, einen Teil der Schmutzarbeit für sie erledigte. Inzwischen ist er geläutert und die unbestrittene Autorität des Viertels, das er verteidigt, in dem er aber auch auf seine Art für Ordnung sorgt: die Ordnung derer, die im Schatten leben.
Hinzuerfunden hat der Autor einzig den Kommissar Bec, der verschiedene Fälle zu klären versucht: missbrauchte und getötete Kinder, ein Liebespaar, das während des Aktes ermordet wird, unter falschem Namen auf dem Friedhof abgelegte Leichen, die geheimen Wege des Drogenhandels und seine Verbindungen zu offiziellen Stellen...

Amir Valle, geb. 1967 in Guantánamo, Journalist, Literaturkritiker und Schriftsteller. Inzwischen gehört er zu den bekanntesten Autoren seiner Generation. Nach einem längeren Aufenthalt in Spanien wurde ihm wegen seiner Veröffentlichungen die Wiedereinreise nach Kuba verwehrt. Er lebt mit seiner Familie in Berlin. In der EDITION KÖLN erscheint sein Gesamtwerk.
Ein hellhäutiger Mulatte bringt einigen Leuten Kaffee; die Tassen füllt er immer wieder aus Thermoskannen nach, über die eine große Schwarze mit einem enormen Kopf wacht. Sie thront in einem der hölzernen Lehnstühle am Fußende des Sarges. Alain würde es nicht im Traum einfallen, an einem solchen Ort etwas zu sich zu nehmen; er hatte es schon immer schrecklich gefunden, in einem Krankenhaus oder bei einer Beerdigung etwas zu essen oder zu trinken. Als würde man faulige Leichenteile hinunterschlucken. Er murmelt diesen Satz, der von einem Freund stammt, vor sich hin und entdeckt, dass ihm seine Isolation auf diesem Begräbnis einen Streich gespielt hat: Seine Stimme war zumindest für den uralten, dunkelhäutigen Mulatten zu hören, der neben ihm sitzt und sich einem der zuletzt gekommenen Trauergäste als Bruder des Großvaters des Jungen vorgestellt hat, ein Bruder jenes Opa Neno, von dem einer der Kränze stammt.
»Ja«, antwortet ihm der Schwarze, »das schluckt doch keiner, dass er ertrunken ist.«
Er macht eine lange Pause und blickt bedächtig nach links und rechts, wie um nachzusehen, ob man ihm zuhört. Er sieht aber nur, dass das Mädchen, das die Hand ihres offensichtlichen Freundes zwischen ihren Händen hält, mit jemand anderem über etwas spricht, was Alain nicht verstehen kann. Der Alte betrachtet den Sarg, bevor er fortfährt.
»Er konnte schwimmen wie ein Fisch, mein Freund. Da ist keiner, der dieses Märchen glaubt.«
Er hat sich wohl ein Gespräch mit Alain erhofft, der aber nicht darauf eingeht, obwohl er ihn eine ganze Weile anschaut, aufmerksam, mit Augen voller Jahre und Falten, und er fällt zurück in das Schweigen, das der Polizist mit seinen Worten gebrochen hat. Dieser atmet innerlich auf: Zum Glück hat der Opa etwas anderes verstanden.
Alain war gekommen, kurz nachdem sie den Sarg hereingetragen hatten und während des ersten hysterischen Anfalls der Mutter. Die Kapelle war voller Farbiger, das reinste ›palenque‹, dachte er, als er sich inmitten dieser Leute wiederfand, die sich ganz anders verhielten als die Schwarzen in Palma Soriano, seiner Heimat im Osten der Insel, in der Provinz Santiago. Jene hatten geweint, wenn ihnen ein Kleines geboren wurde, und waren in laute Gesänge ausgebrochen, wenn jemand gestorben war, denn »man kommt zur Welt, um zu leiden, und wenn man stirbt, findet man endlich Ruhe«, was Alain schon in der Kindheit und auch heute noch für dummes Negergewäsch hielt.
Er wusste nicht warum, aber als er die Kapelle betrat und diesen beißenden Geruch von geschlossenen Räumen wahrnahm, wo sich viele Menschen aufhalten - das fast stechende Aroma des Zigarrenqualms, der penetrante Geruch der Blumen an den Kränzen (er hatte schon immer unterschieden zwischen dem Duft normaler, lebendiger, schöner Blumen und dem Geruch von Totenblumen) - und als er die lethargische Eintönigkeit des erstickten Weinens von den Lehnstühlen hörte, die dem Toten am nächsten standen und die vielen Schwarzen beieinander sah, fielen ihm blitzartig die Worte ein, die sein kanarischer Großvater immer zu ihm gesagt hatte: »Neger und Kakerlaken gehören zur gleichen Art, Junge; beide sind eine Plage.«
Trotzdem fand er hier - er konnte nicht genau sagen warum - alles ganz anders: Sie waren nicht die Kakerlaken, als die sie ihm manchmal erschienen, wenn er sie in den elenden, zugekoteten Hinterhöfen von Havanna wimmeln und sich vermehren sah wie eine echte, alles vernichtende Plage. Obwohl er von klein auf in einem dumpfen Hass gegen sie erzogen war und bei Kontakten sehr distanziert blieb (sein einziger farbiger Freund, ein echter Schwarzer, war Tomate, der Archivar seiner Dienststelle), fühlte er, wie der Schmerz sie in seinen Augen zum ersten Mal menschlich erscheinen ließ: Auch den Schwarzen durfte kein Kind sterben.
Aus: Abstieg in die Hölle
Zwischen Angst und Schatten - Havanna-Folge III
Freistatt der Schatten - Havanna-Folge IV
Habana Babilonia - Prostitution in Kuba
Roman. Krimi & Co
Aus dem Spanischen von Sascha Gerber, Monika Heine
Deutsche Erstausgabe. Paperback, ca. 250 Seiten
ISBN 978-3-936791-94-5
€ 11,90
In Vorbereitung
Ein Freund bittet den Antiquar und Privatdetektiv Melgarejo in La Paz, ihm bei der Untersuchung des Todes seines Vaters zu helfen, der von Drogenhändlern im Dschungel Boliviens ermordet wurde. Die Untersuchungen entwickeln sich zur Tragödie, als die Drogenmafia zwei Auftragskiller einfliegen lässt - und zu einem breiten und bunten Panorama des Bolivien von heute, das mit dem größten jährlichen Fest endet, das die Hauptstadt La Paz kennt: La Fiesta del Gran Poder, halb Karneval und halb religiöser Ritus.

Bartolomé Leal, geb. 1946 in Chile. Er war u.a. Fotoreporter, Polizeiberichterstatter, Filmkritiker, Verleger, Übersetzer, Kolumnist, hat in verschiedenen Ländern gelebt, darunter lange in Kenia, wo er in Nairobi den Detektiv Tim Tutts erfand. Er gilt als Vertreter der "etnologischen Kriminalliteratur", von Büchern also, die möglichst viel von der Struktur, der Verwerfung , aber auch den Wundern jener Länder vermitteln wollen, in denen sie spielen.
Frauen vor dem Kriminalgericht Berlin-Moabit
Gerichtsreportagen
Paperback, ca. 80 Seiten, mit zahlr. Abb.
ISBN 978-3-936791-95-2
€ 7,50
Auslieferung: September 2010
Das «große Format» bevorzugen weibliche Straftäter nicht. Die eiskalte Verbrecherbraut wie bei «Bonnie and Clyde» wird es so schnell nicht geben. Unter den zur Zeit rund 74.000 Strafgefangenen in der Bundesrepublik befinden sich 4000 Frauen, und unter den 476 inhaftierten «Gemeingefährlichen» sind 3 Frauen.
Frauen morden selten, und wenn, dann zumeist aus Selbstschutz, Selbstachtung, Selbsterhaltung. Der Berliner Kriminalstatistik zur Folge brillieren sie vor allem in diesen Deliktbereichen: Ladendiebstahl, Warenkreditbetrug, Betrug mit Scheck- und Kreditkarten sowie der falschen Verdächtigung. Und entsprechend ihrer sozialen Rolle als Hausfrau und Mutter bei: Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht, Entziehung Minderjähriger, Verleumdung, Misshandlung von Kindern, Wertzeichenfälschung. So hat auch die Autorin, die seit Jahren die Berliner Gerichtsszene intensiv verfolgt, ihre Themen zusammengestellt.

Barbara Keller, geb. 1961 in Wittenberge/Brandenburg, Studium Neuere und Neueste Geschichte/Neuere deutsche Literatur an der Humboldt-Universität Berlin, Ausbildung zur Online-Redakteurin, arbeitete zuvor u.a. als Kaltmamsell, Raumpflegerin, Pflegerin in der Psychiatrie, Telegrammbotin, Kleindarstellerin am Gorki-Theater/Berlin, betreibt das Web-Magazin berlinkriminell.de mit Gerichtsreportagen und Krimirezensionen von Neuerscheinungen.
Als vollständige eBook-Ausgabe kann es abgerufen werden unter:
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Von einer Straße konnte schon lange keine Rede mehr sein. Es war ein Schotterpfad und oft genug ruckelten wir über verdächtig altersschwach aussehende Brücken, und links und rechts drohten ein paar tausend Meter Abgrund. Unsere Höchstgeschwindigkeit betrug dreißig Stundenkilometer. Gegen Abend kamen wir in ein Tal, und seitdem habe ich ein Bild vor Augen, wenn ich mir das Paradies vorstelle. Ich gehöre nicht zu denen, die zur Schwärmerei neigen. Aber was ich hier in rotgoldenes Licht getaucht sah, hätte Monet und Turner in Ekstase versetzt. Es war ein Tal wie im Himmel. An einem silbern schimmernden Fluss standen in saftigem Gras Ahornbäume und Tamarisken. Als Ghazi den Wagen zum Flussbett lenkte, sah ich als Schattenriss einige Zedern, hinter denen die Sonne goldrot unterging.
Auf den Feldern davor mühte sich eine einzelne Gestalt mit einem Ochsen am Pflug ab. Ich hatte bisher nicht geahnt, wie schön Afghanistan sein konnte. Vor einem Lehmhaus, neben dem sich ein hölzernes Wasserrad drehte, hielten wir an. Ein alter Mann kam heraus und musterte uns misstrauisch. Faiz begrüßte ihn mit dem üblichen «Salam Alaikum» und verbeugte sich und redete auf Paschtu auf ihn ein. Die Miene des alten Mannes, dessen Gesicht so faltig aussah wie die Bergwellen, durch die wir gefahren waren, verzog sich zu einem freundlichen Lachen. Während die beiden palaverten, ging ich zwischen blühenden Obstbäumen, deren Farbe mich an Flamingos erinnerte, zum Flussufer. Selbst hier roch es nach Rosen und Jasmin. Ich setzte mich ans Wasser, das klar und reißend und tiefblau dahinfloss. In den Zedern hinter mir hörte ich Tauben gurren. Ich sah zu den in rotgoldenes Licht getauchten Bergen hinüber. So stellten sich die Moslems sicher das Paradies vor. Ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn dies auch das Paradies der Christen wäre. Ich zog mir die Stiefel aus und kühlte die Füße im Wasser. Es war eiskalt. Es raschelte hinter mir, und ich tastete nach meiner Smith & Wesson.
Aus: Einer kam heim aus Afghanistan
Thriller aus Kolumbien
Aus dem Spanischen von Richard Groß / Erich Hackl
Im Anhang: Vom Leben in Bogotá und Schreiben im Exil
Krimi & Co.
Paperback, 170 Seiten
ISBN 978-3-941795-21-1
€ 9,95
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Ciudad Bolivar, im Süden der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá, ist eines ihrer größten Slum-Viertel. Nur wenigen Jugendlichen gelingt es hier, unbeschadet davon zu kommen. Sofern Arturo Alape nicht gezwungen war, sein Leben im Exil zu verbringen, hat er hier mit gefährdeten Jugendlichen gearbeitet und ihnen, mit erstaunlichem Erfolg, Literatur nahe gebracht. Dabei hat er Ramón Schrott kennen gelernt, der ihn bat, sein Leben aufzuschreiben: das eines Heranwachsenden, der zusammen mit seinem Bruder nach Medellín flüchtet und dort auf den Betreiber eines «Dienstleistungsunternehmens» (Auftragsmorde, Raubüberfälle) stößt, der eine regelrechte Schule für jugendliche Killer betreibt.
Arturo Alape, (1938-2006) war Maler, Schriftsteller, Journalist und seit den 60er Jahren Historiker der sozialen Bewegung Kolumbiens. So entstanden u.a. «El Bogotazo», eine Chronik des Volksaufstandes von 1948 im Anschluss an die Ermordung des liberalen Präsidentschaftskandidaten, bei dem Teile der Hauptstadt Bogotá zerstört wurden. Oder die zweibändige Biografie von Manuel Marulanda Vélez, dem einstigen Chef der größten Guerilla-Formation des Landes. Diese Arbeiten erreichten nicht nur zweistellige Auflagen, sie zwangen ihn auch zu mehrjährigen Aufenthalten im Exil, so in Kuba und Deutschland.

Unser erstes Ding war ein Juwelenladen. Die Sache steigt morgen früh acht Uhr. Jeder kriegt eine Pistole und zwei Magazine. Gewalt ist nach Möglichkeit zu vermeiden. Am liebsten wär es mir, wenn ihr den Auftrag ohne einen Schuss erledigen könntet, sagte Don Luis lächelnd, in der Zuversicht, dass wir das Ding ganz nach seinen Vorstellungen abwickeln würden. Wir haben eine Minute, maximal anderthalb Minuten Zeit. Einer bleibt bei der Tür, einer im Wagen. Die anderen drei gehen hinein und fesseln den Juwelenfritzen. Den Klunker werft ihr in zwei Rucksäcke. Der Auftrag ist eine Probe für uns Neuen. Ob bei uns die Teamarbeit klappt. Wir fingen nicht mit Killerjobs an, die sollten später kommen, wenn wir schon ein bisschen abgebrüht wären.
Punkt acht fuhren wir an Bord eines schwarzen Renault 18 vor. Nelson und ich hatten uns beim Einsteigen umarmt, hatten Kraft getauscht. Ramonchen Schrott, heut ist unser großer Tag, hatte mir mein Bruder ins Ohr gehaucht. Hab keine Sorge, alles wird gut gehn. Seine Nähe, seine coole, bombensichere Art gaben mir Mut. Ich fühlte mich schon wie ein richtiger Revolvermann. Im Wagen dann kriegte ich Manschetten, das Herz schlug mir bis zum Hals rauf. Ruhig Blut, Schrott, sagte ich zu mir, alles wird gut gehen. Nelson lässt dich nicht im Stich. Aber das Herz bollerte weiter, als wollte es zerspringen. Wenn alles klappt, hatte Don Luis gesagt, werdet ihr so viel Kohle in der Tasche haben, wie ihr euch nie hättet träumen lassen. Und um die Angst zu verscheuchen, träumte ich von einer Decke aus Geldlappen, die mich in kalter Nacht wärmte.
Aus: Porträt des Killers als junger Mann
Ein Fall für Kleefisch
Roman. Krimi & Co
Paperback, 200 Seiten
ISBN 978-3-936791-92-1
€ 9,95
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In Kölner Parkanlagen werden zwei junge muslimische Mütter tot neben ihren Kinderwagen gefunden. Eine missverständliche Äußerung des Kölner Kardinals (bekannt dafür, gelegentlich ohne den Mundschutz seiner Berater zu reden) geht in den Nachrichtensendungen um die Welt und führt selbst noch auf den fernen Molukken, versunken im dichten Regen des Monsuns, zu Aufruhr unter den Gläubigen. In Köln selbst leben über 100.000 Muslime. Auch von außerhalb strömen sie jetzt in die Stadt und drohen den Dom zu stürmen - und der Kölner Kommissar Kleefisch, der sich einbildete, seine Stadt und vor allem sein Viertel, die Innenstadt Nord, genau zu kennen und hier auf seine sehr eigene Art für Ordnung zu sorgen, muss feststellen, dass ausgerechnet hier alles seinen Anfang nahm.
Peter Faecke, geb. 1940, lebt als Journalist und Schriftsteller in Köln.
"Selbst seine Eminenz Kardinal Karl Lehmann, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und Kardinalpriester der Hl. Römischen Kirche, schon ganz Fleisch geworden, schüttelt dann leise sein schweres Haupt."
"Und stell dir vor" sagte Fiddy, dessen sonst doch abwesendes Gesicht sich vor innerer Anteilnahme gerötet und geöffnet hatte wie eine Blume, "da bringt er neulich erst in einem einzigen tiefen Atemzug unter: den »Herodes, der die Kinder von Bethlehem umbringen lässt, dann unter anderem Hitler und Stalin, die Millionen von Menschen vernichten ließen, und heute, in unserer Zeit, werden ungeborene Kinder millionenfach umgebracht. Abtreibung und Euthanasie heißen die Folgen dieses anmaßenden Aufbegehrens gegen Gott.«"
"Und was sagst du nun?" sagte Fiddy zu dem neuen Gast, der noch immer nicht wusste, worauf dieser Wirt eigentlich hinaus wollte. "Da haben wir natürlich Strafanzeige gestellt. Was sich aber der Staatsanwaltschaft in der Luxemburger Straße in der Schläfrigkeit eines Montagvormittages nicht so recht erschloss."
"Dieses Mal hat er die Lunte ans Pulverfass gehalten. Die vorne auf dem Platz wollen zum Dom. Sie drohen damit, den Dom zu stürmen" sagte Kleefisch, während sich Fiddy in ein Miniaturglas, drei Daumen hoch wie Schnaps, etwas Kölsch zapfte und trank.
"Ich hab‘s gehört" sagte Fiddy. Er war erregt und zapfte sich drei weitere Daumen. "Zustände wie in Indien. Hindus gegen Moslems, und alle gegen Christen. Brand und Bomben. Hunderte von Toten. Wie neulich erst in diesem Aljoscha, wo die Buddhisten eine Moschee gestürmt haben, die auf einem römischen Tempel stand."
Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande. Roman
Die geheimen Videos des Herrn Vladimiro. Roman.
Die Geschichte meiner schönen Mama. Roman.
Lima die Schöne - Lima die Schreckliche. Reportagen
Wenn bei uns ein Greis stirbt ... Reportagen
Roman
Aus dem Englischen von Heike Smets
Famen und Esperanzen 20
Geb., 328 Seiten
ISBN 978-3-936791-71-6
€ 18,95
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Eines der schönsten Beispiele jener neuen spanisch-amerikanischen Mischkultur, die im Süden der USA ensteht.
Eine road novel mit literarischer Lizenz:
Im Frauengefängnis von Mexicali und auf den Interstates der USA.
Der Literaturprofessor Joaquin González flieht Mexiko City, als das Militär ein Massaker unter seinen Studenten veranstaltet. Er flieht über die Grenze nach Texas und wird mit falschen Papieren Trucker. Aus Angst vor Verfolgung wechselt er die Identitäten schneller als die Lastwagen. Zeugt eine Tochter. Und erzieht sie allein auf den Fernstraßen mit Hilfe der Weltliteratur. Dieser kluge, alleinerziehende Vater hat nur einen Fehler: er begreift nicht, dass aus dem kleinen Mädchen eine Frau wird. So kommt es zur Katastrophe, die erst nach Jahren der Haft in ein happy end mündet – wie im Kino.
"Ein Meisterwerk. Unterhaltend und einfach, und doch sehr raffiniert gebaut. Und kein Satz, kein Wort zuviel. Ich bin ein harter Gewohnheitsleser, wie manche harte Gewohnheitstrinker sind. Aber dieses Buch hat mich wirklich berührt. Die Autorin hat einen Ton gefunden, der lange in mir nachklang." (Jeffery Snider, Kritiker, Los Angeles)
María Amparo Escandón, aus Mexiko eingewandert, lebt mit ihrer Familie in Los Angeles, wo sie an der UCLA Kurse für Kreatives Schreiben gibt. 1999 veröffentlichte sie ihren ersten Roman: «Santitos» - auf deutsch unter dem Titel «Esperanza und die Heiligen» erschienen. Dieser Erstling wurde ein großer Erfolg, er wurde verfilmt und in 17 Sprachen übersetzt. Inzwischen wird ihr Werk in mehr als 85 Ländern gelesen.

Roman
Aus dem Spanischen von Willi Zurbrüggen
Deutsche Erstausgabe
Krimi & Co.
Paperback, 208 Seiten
ISBN 978-3-936791-73-0
€ 9,90
Daniel Chavarría, der große alte, ungebrochene Mann der lateinamerikanischen Literatur, dessen Gesamtwerk wir verlegen, schreibt weiter an seiner schwarzen «Comédie Humaine» des Subkontinents: kubanische Bauern in einer abgelegenen Bergregion leiden verstärkt unter «Priapismus», jener schmerzhaften Dauererektion, die, wenn sie nicht behandelt wird, tödlich sein kann. Als Grund dafür wird die Frucht eines Baumes vermutet, aus der sie ein Getränk gewinnen. Und schon träumen Wissenschaftler vom kubanischen Viagra. Andere, sehr bescheiden, träumen bloß davon, wenigstens mit ihren Kochkünsten über die Runden zu kommen. Und einer träumt nicht nur von Gewalt und vom ganz großen Geschäft, er handelt auch danach. Und so entsteht, Seite um Seite, unterhaltsam und genau, das Porträt eines Freundeskreises und das Panorama einer Gesellschaft, die «Comédie humaine» Kubas von heute.
Daniel Chavarría, geb. 1933 in Uruguay, jahrelang Vagabund in Europa und Lateinamerika, lebt seit den 60er Jahren in Kuba, wo er sein Studium der klassischen Philologie abschloss und 12 Jahre Professor für Griechisch und Latein war, bevor er zu schreiben begann. Sein Werk wird in viele Sprachen übersetzt und verfilmt. In der EDITION KÖLN gibt es weitere 5 Bücher von ihm.

Das Rot im Federkleid des Papageien
Daniel Chavarría: "Ich versuche, intelligente Sachen zu schreiben. Dabei will ich kein Klugscheißer sein, vielmehr versuche ich mich an einer Literatur, die eine möglichst große Leserschaft erreicht. Aber mit Würde und handwerklicher Sorgfalt. Ohne der dämlichen Logik des Marktes zu verfallen... Literatur hat für mich eine aufklärerische Funktion. Das ist ihre Fähigkeit, eine sehr abstrakte Information über Gefühle weiterzugeben. Also das, was etwa Balzac mit seiner „Menschlichen Komödie“ gelungen ist. Was Victor Hugo erreicht. Schon als 12- oder 13jähriger habe ich mich als ein politisch Linker definiert, nachdem ich Hugo gelesen hatte. Die Lektüre eines Buches kann einen Menschen formen...
Ich will mir als Schriftsteller keine besondere Bedeutung zumessen, unter dieser Verwirrung leide ich nicht. Aber wenn ich eine Verpflichtung für meine Arbeit fühle, dann ist es die soziale. Ich will Werte vermitteln ... und dabei ist wichtig, wie das geschieht. Ich mache das auf lockere Art, light."
Zwei Romane. Sonderausgabe
Paperback, ca. 340 Seiten
ISBN 978-3-936791-91-4
€ 12,90
Als vollständige eBook-Ausgabe kann es abgerufen werden unter:
beam-ebooks.de gegen € 9,-.

Isabel Blare, ist das Pseudonym einer Spanierin, die zunächst in der Werbung arbeitete, dann im öffentlichen Dienst. "Dieses Buch handelt vom Sommer 2003 in Madrid, bei großer Hitze, in einer Wohnung mit geschlossenen Vorhängen, einer alleinstehenden Frau, einem Computer, mehreren Männern oder Stimmen, die vorgeben, Männer zu sein, mit Zigarrettenrauch und Siesten, die in Alpträumen enden. Es ist kurz und leicht zu lesen. Ich hoffe, dass es weniger leicht vergessen wird, wie es auch nicht leicht war zu schreiben." (Isabel Blare)
Amir Valle erzählt von Paris und Havanna, lässt Fidel Castro, Gabriel García Marquez, Julio Cortazár, Henry Miller auftreten und das verschollene Buch einer Frauensekte des 15. Jahrhunderts aus Guatemala, die sich früh schon der Emanzipation verschrieben hatte. Was sich so locker und respektlos als ein literarisches Spiel mit bekannten Figuren anlässt, hat freilich auch einen ernsten Hintergrund: die Strukturen und die Verteilungskämpfe innerhalb der weiblichen und männlichen Prostitution im Kuba von heute.
Roman
Krimi & Co
Paperback, 200 Seiten
ISBN 978-3-941795-13-6
€ 9,90
Als vollständige eBook-Ausgabe kann es abgerufen werden unter:
beam-ebooks.de gegen € 6,-.
Erzählt wird eine scheinbar einfache Geschichte nach dem Muster Boy meets Girl.
Aber das Girl ist eine kurdische Schülerin im Ruhrgebiet.
Und der Boy ihr deutscher Lehrer.
Eine Studentin der Soziologie versucht, in Gesprächen mit dem vermeintlichen Täter im Untersuchungsgefängnis dahinter zu kommen, wie es zur Katastrophe kam. Sie wehrt sich dagegen, dass sie unausweichlich war. Je mehr sie aber über eine Liebe erfährt, die mit einem Toten endete, umso deutlicher tun sich auch in ihrem eigenen Leben Risse auf, und schließlich drohen ihr alle bisherigen Übereinkünfte abhanden zu kommen. Was sie als nüchterne Materialsammlung zum Thema «Gewalt unter/gegen Ausländer» begonnen hatte, droht sie zu verschlingen. – Alles das wird so kühl und genau erzählt, als ginge ein Messer durch alles hindurch.

H. B. Lüttke, geb. 1952, studierte in Bonn Soziologie und Pädagogik, promovierte in Hagen. Er arbeitet als Lehrer, bei der Arbeiterwohlfahrt und als Gründungsmitglied in einem freien Bildungs- und Kulturprojekt. Zur Zeit unterrichtet er an einem Gymnasium in Duisburg und spielt Bass in der Rockgruppe "Rainer Lürik Band".
«Was heißt es schon, wir hätten glücklich werden können, wäre sie keine Kurdin gewesen und nicht so jung, ich kein Deutscher und nicht so alt? Wären wir dann gewesen, was wir waren und wie wir waren, und hätten wir uns dann geliebt, wie wir es taten, derart für ein Leben, dass andere Möglichkeiten nicht einmal gedacht werden wollten, nicht einmal im Fieber?
So ist mein Leben diese eine Möglichkeit, die ich hatte, diese eine Liebe, die mir gegeben wurde, und die ich nahm.»
Justo E. Vasco und Roberto Estrada Bourgeois
Zwei Romane. Sonderausgabe
Krimi & Co
Engl. Broschur., 464 Seiten
ISBN 978-3-936791-72-3
€ 13,90
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Auch im Falle Kubas bestätigt sich die verquere Erfahrung: je schlechter es einem Land mit vergleichsweise hohem Bildungsstand geht, umso besser geht es der Kriminalliteratur.
Verstärkt nutzen kubanische Autoren auf der Insel und im Exil dieses literarische Instrument, um das Leben in den Resten des «socialismo tropical» zu beschreiben, und wir lesen mit Gewinn die Bücher von Leonardo Padura, Pedro Juan Gutiérrez, Daniel Chavarría und Amir Valle.
Mit dieser preiswerten Sonderausgabe stellen wir zwei weitere Autoren vor, die wir bislang in Einzelausgaben verlegt haben und die, genau und spannend, im besten Sinn «unterhaltsam», vom heutigen Kuba erzählen:
Roberto Estrada Bourgeois, geb. 1950 in La Habana, wo er als Jurist arbeitet und Eigentum registriert. Er schrieb zunächst sciencefiction, später erst Kriminalromane. In deutsch erschien von ihm «Ein Modigliani aus Kuba». Der Roman «Die Nachbarin» - «La Pelirroya», handelt von einem Rechtsanwalt, der in Spanien zum Serienmörder an Frauen wird. Als ihm Entdeckung droht, geht er als Geschäftsführer einer spanischen Firma nach Kuba, eine sichere und sehr angesehene Position, in der die Morde weitergehen.

Justo E. Vasco, geb. 1943 in La Habana. Er studierte Chemie an der Lumumba Universität in Moskau und war später Hochschullehrer in Kuba, bevor er zu schreiben begann, zunächst ein Buch, das er, vierhändig, gemeinsam mit Daniel Chavarría verfasste. Zuletzt lebte er in Gijón an der spanischen Atlantikküste als Übersetzer aus dem Russischen und als Sekretär der «Semana Negra», der «Schwarzen Woche»: der wichtigste jährliche Treff für Kriminalautoren aus verschiedenen Teilen der Welt und für Freunde der Kriminalliteratur. Er verstarb 2006. Sein Roman «Im Visier» - «Mirando Espero», beschreibt einen pathologischen Voyeur, früherer Scharfschütze, der in einem der Hochhäuser Havannas lebt und durch sein Zielfernrohr seine Opfer lange beobachtet, sich teils in sie verliebt, bevor er schießt. Schließlich gelingt es ihm, in die Identität seines Zwillingsbruders zu schlüpfen und nach Spanien zu fliehen: ein freier Mann.
