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Roman
aus dem Spanischen von Klaus E. Lehmann
Krimi & Co.
geb., 498 Seiten
ISBN 978-3-936791-13-6
Chavarrías Romane bieten stets Spannung und Unterhaltung auf hohem Niveau und sind berühmt für ihre Nebeneffekte: den Drang, weiter lesen zu wollen und die Fülle an Informationen, die sie ganz nebenher und mit leichter Hand vermitteln - im vorliegenden Fall über das Leben in Kuba und über die argentinische Militärdiktatur, die für das Verschwinden von 30.000 Menschen verantwortlich ist. Der Werdegang, die Taten, das Ende eines der Täter sowie die subtile, verantwortliche Rache durch einen der Überlebenden sind der Stoff dieses Buches neben den Schauplätzen in Italien, der Stadt Havanna, ihren Hotels, Huren und Stränden, und natürlich dem Meer, über das es bis Miami nicht weit ist.
Daniel Chavarría: "Ich versuche, intelligente Sachen zu schreiben. Dabei will ich kein Klugscheißer sein, vielmehr versuche ich mich an einer Literatur, die eine möglichst große Leserschaft erreicht. Aber mit Würde und handwerklicher Sorgfalt. Ohne der dämlichen Logik des Marktes zu verfallen... Literatur hat für mich eine aufklärerische Funktion. Das ist ihre Fähigkeit, eine sehr abstrakte Information über Gefühle weiterzugeben. Also das, was etwa Balzac mit seiner „Menschlichen Komödie“ gelungen ist. Was Victor Hugo erreicht. Schon als 12- oder 13jähriger habe ich mich als ein politisch Linker definiert, nachdem ich Hugo gelesen hatte. Die Lektüre eines Buches kann einen Menschen formen...
Ich will mir als Schriftsteller keine besondere Bedeutung zumessen, unter dieser Verwirrung leide ich nicht. Aber wenn ich eine Verpflichtung für meine Arbeit fühle, dann ist es die soziale. Ich will Werte vermitteln ... und dabei ist wichtig, wie das geschieht. Ich mache das auf lockere Art, light."
Roman
aus dem Spanischen von Klaus E. Lehmann
Krimi & Co.
geb., 264 Seiten
ISBN 978-3-936791-29-7
Dieser Roman ist so bunt und bewegt wie das Leben seines Autors selbst, ja zeichnet in Teilen dieses nach. Ein 19jähriger schifft sich 1953 in Buenos Aires ein mit Ziel London. Sein einziges Gepäck ist ein Koffer voller Träume. Mit dem selben Schiff reist eine Argentinierin „schöner als Paris“, die sein Leben radikal verändern wird. Schauplätze dieses Lebens zwischen 1953 und 1966 sind Madrid, München, Tanger, Casablanca, Innsbruck, Gijón, Mendoza und Havanna, und die Begleitpersonen dieser Geschichte einer Leidenschaft sind Freunde, Freundinnen und weniger freundliche Menschen; ein deutscher Baron, Berichterstatter bloß imaginierter Kriege; marokkanische Piraten; Drogenhändler und Luxushuren in Afrika; Agenten des israelischen Geheimdienstes; und ein Vater, der den Eifelturm besetzt, um mit einem Fallschirm abzuspringen und so den Geburtstag seiner kleinen Tochter zu feiern.
Roman
Havanna-Folge I
Aus dem Spanischen von Bernhard Straub
Krimi & Co.
geb., 208 Seiten
ISBN 978-3-936791-21-1
In Havanna verschwinden Kinder. Werden sie weiterverkauft, dienen sie als Organspender, werden sie Opfer von Sexualpraktiken, die es laut offizieller Lesart gar nicht gibt? Diese Fragen muss der Kommissar Alain Bec beantworten und dabei zunächst seinen eigenen Vorurteilen sexueller und rassistischer Art begegnen, die auch die seiner Gesellschaft sind. Dabei hilft ihm entscheidend der alte Alex, ein Farbiger, der früher für die Mafia einen Teil der Schmutzarbeit erledigte und noch heute sein Viertel, die Altstadt, genauestens kennt. Und er kennt die Menschen, deren Biografien genau wie seine eigene verbogen sind zwischen dem Gestern und dem Heute. – Dieser Roman ist der Auftakt einer mehrteiligen Serie um den Kommissar Alain Bec, der von Fall zu Fall drastischer die Wirklichkeit seines Landes erfährt.
Roman.
Havanna-Folge II
Aus dem Spanischen von Bernhard Straub
Krimi & Co.
geb., 158 Seiten
ISBN 978-3-936791-26-6
Die Leser unserer Reihe Krimi & Co. kennen bereits den ersten Band dieser Folge, in denen die Untiefen von Havanna ausgeleuchtet werden: Die Türen der Nacht
In der Havanna-Folge II wird in einem Zimmer der Altstadt ein junges Paar gefunden, das mitten im Geschlechtsakt ermordet worden ist. Das ist auch für den erfahrenen Kommissar Bec ein Bild, das sich ihm für den Rest seines Lebens einprägen wird. Noch dazu es sich bei dem Mädchen um die Tochter von Alex Varga handelt, jenem alten Schwarzen, der früher für die Mafia einen Teil der Schmutzarbeit erledigte, sich aber 1959, mit dem Sturz Batistas und der Revolution Fidel Castros, eines anderen besann – seit langem ist er die unangefochtene Autorität des Viertels, der die Probleme der Bewohner auf seine sehr eigene Art löst. Und der auch diesen Doppelmord auf seine Art geklärt wissen will.
Roman. Havanna-Folge III
Aus dem Spanischen von Bernhard Straub
Geb.,176 Seiten
ISBN 978-3-936791-31-0
Drittes Buch der Havanna-Folgen mit dem einstigen Mafioso, der jetzigen inoffiziellen Autorität der Altstadt von Havanna, Alex Varga. Als er noch für die Mafia, vor allem für den Capo Meyer Lanski die Schmutzarbeit erledigte, verfügte er stets über eine Reihe leerer Grabstellen auf dem Zentralfriedhof. Eine davon hat er behalten. In ihnen entdeckt er drei Leichen, von Unbekannt hier entsorgt. So etwas stellt auch seine Autorität im Viertel in Frage, er recherchiert die Identität der Leichen und die des Täters. Dabei stößt er auf die geheimen Wege des Drogenhandels in Kuba, seinen Verbindungen zu offiziellen Stellen der Insel sowie zu Produzenten und Lieferanten in Lateinamerika und Miami. Und auf einen Freund aus alten Tagen, mit dem er sich einst die Schmutzarbeit geteilt hat.
Roman. Die Kommissar-Kleefisch-Serie
Krimi & Co.
geb., 280 Seiten
ISBN 978-3-936791-55-6
Erst wanderten Kölner nach Argentinien aus, weil sie vor den Nazis flohen. Dann flohen Nazis hinterher.
Jetzt fliehen Argentinier vor der Diktatur von Videla & Co. nach Köln. Und der Kölner Kommissar Kleefisch versucht bei diesem Hin- und Her zu klären, wer es war.
In Buenos Aires handelt der Admiral mit den Kindern Gefangener. In Hamburg baut die Werft Fregatten für den Admiral.In Bonn zieht sich der Bundeskanzler eine Linie Schnupftabak und entdeckt, was ein tragisches Dilemma ist. Im Stadion Monumental unterliegen die Niederlande im Endspiel um die Fußball-Weltmeisterschaft und ganz Argentinien feiert den Admiral.
Aber am Ende der Geschichte fehlen 30.000 Menschen. Eine Tango-Sängerin ist kahl. Ein Dichter hat keine Zähne mehr. Und der Kommissar Kleefisch steht auf dem Kölner Westfriedhof vor dem Grab seiner Mama und sagt: "Mal wieder ziemlich was los. Sei froh, dass du hier so friedlich liegen kannst."
Ein Buch, das nach dem Prinzip der Puppe in der Puppe konstruiert ist: eins steckt im anderen, im Kriminalroman der literarische Roman, und wer anfängt zu lesen, der ist auch schon drin und verloren.
Roman
Aus dem Spanischen von Ursula Bachhausen
Im Anhang: Peter Faecke - In den Sand geschrieben
Geb., 288 Seiten
ISBN 978-3-936791-35-8
Allein 2006 landeten 31.200 afrikanische Flüchtlinge auf den Kanarischen Inseln oder wurden noch auf See von der spanischen Küstenwache aufgegriffen. Nach Schätzung der Behörden überlebten 6000 die Überfahrt in ihren prekären Booten nicht. Alle flohen vor der Ausweglosigkeit in ihren Ländern und waren auf der Suche nach einem Paradies, das nicht selten in ihrer Kriminalisierung besteht.
Die Wege von Amadú, Lehrer aus Sierra Leone, Fatiha aus Marokko, Usmán, ein Waise aus Burkina Faso und Tierno, Bauer aus Mali hätten sich nie gekreuzt, wäre in Las Palmas de Gran Canaria nicht die junge Prostituierte Aisa aus dem Senegal ermordet worden.
Daraus knüpft Antonio Lozano ein Netz aus Stimmen, zärtlich und human, die ein Bild der Emigration ergeben, des Exils und der sexuellen Ausbeutung im Exil. Ein Roman mit Krimi-Elementen, der auch stilistisch neue Wege geht und dabei eines unserer Urlaubsparadiese anders aussehen lässt. - Im Anhang eine Reportage aus Mali von Peter Faecke: wie der Sand der Sahara wieder die schriftliche Kultur verschlingt, die sich das Land gerade angeeignet hat.

Antonio Lozano, geb. 1956 in Tanger, lebt auf Gran Canaria, wo er in der Gemeinde Agüimes ein Theaterfestival leitet, sowie das »Internationale Festival der mündlichen Erzählung«. Er veröffentlichte u.a. die Romane »Harraga« (Drogen- und Menschenschmuggel zwischen Marokko und Spanien) sowie »Der Fall Sankara« (über Aufstieg und Ermordung des Politikers Thomas Sankara in Burkina Faso) und wurde dafür mehrfach mit Preisen ausgezeichnet.
Erzählungen aus Algerien
aus dem Französischen
von Ursula Günther
Famen und Esperanzen 11
geb., 154 Seiten
ISBN 978-3-936791-06-8
Hamid Skifs Erzählungen, die sich wie ein facettenreicher Roman lesen lassen, bergen zahlreiche Anspielungen auf reale Begebenheiten in Algerien, und gleichzeitig entziehen sie sich jeglicher Etikettierung. Der Autor schöpft aus der Vorstellungs- und Bilderwelt des Maghreb als Teil des mediterranen Kulturraums. Orientalische Erzählstrukturen gehen Hand in Hand mit Elementen des magischen Realismus, münden in bisweilen kafkaeske Rätselhaftigkeit oder beschwören eine Art Aberwitz herauf, dessen Ursprung in der Realität zu ahnen ist und der doch über diese hinausreicht.
Hamid Skif, 1951, Oran, Algerien, war Mitglied einer Theatergruppe in Algier, Reporter, Zeitschriftengründer, Initiator des ersten Journalistenverbandes, schreibt Lyrik, Prosa, Theaterstücke. Zur Zeit lebt er in der Bundesrepublik.

Hamid Skif
Roman in Briefen
aus dem Französischen
von Linde Birk
Famen und Esperanzen 7
geb., 160 Seiten
ISBN 978-3-936791-00-6
"Sehr geehrter Herr Präsident,
Ihre Rede gestern Abend war außergewöhnlich. Als ich heute früh die Zeitungen aufschlug, war ich überrascht, darin nur die giftigen Attacken einer Presse von Bestechlichen zu finden - um Ihre eigene so treffliche Bezeichnung aufzugreifen. Es besteht kein Zweifel, dass diese Schreiberlinge Agenten der dunklen Mächte sind. Ich habe Sie stets vor den Spitzbuben in Ihrem Umfeld gewarnt, aber Sie hören mir einfach nicht zu. - Ich danke Ihnen, dass Sie ein paar Worte zur wissenschaftlichen Forschung verloren haben. Gewiss haben Sie dabei auf meine Ideen zurückgegriffen. Wie Sie wissen, bin ich der Erfinder des Universalen Rechenschiebers. Trotz dieser Entdeckung sind meine Leistungen unbeachtet geblieben..."
Die Briefe der Sammlung SEHR GEEHRTER HERR PRÄSIDENT schreibt ein pensionierter Grundschullehrer, der immer noch auf seine Rente wartet, an verschiedene Präsidenten seines Landes - eine Geschichte Algeriens der letzten dreißig Jahre, wie sie mit ihrer bitteren Heiterkeit in keinem Schulbuch stehen wird.
Arturo Alape
Roman
aus dem kolumbianischen Spanisch
von Richard Groß
Famen und Esperanzen 9
geb., 144 Seiten
ISBN 978-3-936791-02-0
"Je länger ich ihm zuhörte, umso klarer wurde mir, dass ich das Buch nun schreiben würde.
Über ein Jahr lang hatte ich Ramón Schrott, von dessen Schicksal ich durch Zufall erfuhr, bedrängt und ihn beschworen, mir seine Erinnerungen anzuvertrauen. Über ein Jahr lang hatte er sich beharrlich geweigert. Er habe seine Geschichte schon einmal erzählt, darum habe sein Leben die unberührte Frische des Erinnerns verloren. Auch wollte er sich kein zweites Mal einer quälenden Selbstkonfrontation unterziehen. So bedurfte es meiner ganzen Überredungskunst, um jenes Gespräch zustande zu bringen, das wir in einer Cafeteria im Zentrum von Bogotá führten."
Arturo Alape, geb. 1938 in Calí, gest. 2006 in Bogotá, Kolumbien. Schriftsteller, Maler, Journalist und Historiker der sozialen Bewegung seines Landes. Er gehörte zu den Mitbegründern der heute größten Guelilla seines Landes FARC, trennte sich aber bald. Bekannt wurde er in Kolumbien zunächst durch eine zweibändige Biographie des heutigen Guerilla-Führers Manuel Marulanda Vélez, die ihm aber auch massive Drohungen eintrug und ihn ins Exil zwang. Zeitweilig lebte er in Hamburg als politischer Flüchtling, zuletzt wieder in Bogotá, wo er zovor schon mit Jugendlichen in einer der Trabantenstädte gearbeitet hatte.
Dieser Roman beschreibt den Weg eines 9-Jährigen und seines 12-Jährigen Bruders in die organisierte Kriminalität in Medellín, wo sie in regelrechten Kursen zu jugendlichen Berufskillern ausgebildet werden. Und er beschreibt mit einer genauen, bitteren und doch immer poetischen Sprache ein Land, in dem der Krieg seit Jahrzehnten nahezu Alltag ist.

Bei der Arbeit an ihrer Dissertation über das Thema "Gewalt gegen Ausländer" begibt sich eine junge Soziologin in die ihr fremde Männerwelt der Haftanstalt. Ihr erster Fall ist der des Jahrzehnte älteren B., ein deutscher Lehrer. Er wird beschuldigt, einen Kurden auf offener Straße erschlagen zu haben. Sie erfährt eine Geschichte von Liebe und Gewalt, in die sie sich selbst immer stärker verstrickt und die am Ende nichts lässt, wie es vorher war.

H.B.Lüttke, geb. 1952 im Rheinland, studierte in Bonn Soziologie und Pädagogik, promovierte in Hagen. Er arbeitete als Lehrer, bei der Arbeiterwohlfahrt und als Gründungsmitglied in einem freien Bildungs- und Kulturprojekt. Zur Zeit unterrichtet er an einem Gymnasium in Duisburg und spielt Bass in der Rockgruppe RAINER LÜRIK BAND.
erotischer Roman
Aus dem Spanischen von Susanna Mende
Leinen, 163 Seiten
ISBN 978-3-936791-15-0
Obsessive erotische Erinnerungen führen die Autorin durch ihr Erstlingsbuch: die erste sexuelle Erfahrung eines Kindes, die Idealisierung ihrer Spielgefährtin, Liebesspiele mit Männern und mit Frauen auf Kuba, einer Insel, die nach wie vor eine der karibischen Sinnenfreude ist. Aber auch Bindungen und Trennungen, die in der Einsamkeit enden und schließlich ein Tod, der ihr endlich gestattet, das Leben und die Lüge klarer zu sehen.
"Als ich Havanna verließ, verabschiedete ich mich von niemandem, nur von einem chinesischen Hündchen, das mir hinterherlief. Da das Hündchen chinesisch war, kaufte es mir ein Herr für wenig Geld und Lackstiefel dazu. Meine Stiefel gingen kaputt und das Geld war weg." (kubanisches Lied)

Vivian Jiménez, geb. 1968, studierte bis 1995 Psychologie und Literatur in Kuba und lebt inzwischen in Venezuela, wo sie mit ihrem Erstling den Preis für den besten erotischen Roman gewann.
Mauricio Rosencof
Roman
Aus dem Spanischen von Willi Zurbrüggen
Engl. Brosch., 176 Seiten
ISBN 978-3-936791-04-4
Der Jenseitige Vater schuf den Menschen. Bei nochmaligem Hinsehen musste er erkennen, dass er ihm nicht sonderlich gelungen war: ihm fehlten Humor, Zärtlichkeit, Optimismus. Deswegen schickte er Charly Chaplin los. Der aber erkannte bald, dass es an der Zeit war, nicht bloß das Brot und die Fische und die Menschheit insgesamt zu vermehren, sondern die Gesandten; denn ein einziger wie er, das führte zu nichts. Der Jenseitige Vater hörte auf ihn, und da er nicht viele Worte zu machen pflegte und sonst keine Ideen hatte, geht er hin und sagt zum Sohn: „In Ordnung, Junge. Wachset und vermehret euch.“
Und so kann Rosencof vom „Gesandten des Feuers“ erzählen, der aus seiner psychiatrischen Anstalt heraus den Leser einlädt zu einer Reise durch den Irrsinn und Sinn und uns daran erinnert, wer wir eigentlich sein möchten. Und Rosencof erzählt, einmal und tausendmal und noch einmal mehr, er erzählt, wie jemand Musik macht, er erzählt, wie er es immer tut: vom Menschen und seiner möglichen Würde.
Aus dem Spanischen von Monika Heine
Famen und Esperanzen 13
geb., 148 Seiten
ISBN 978-3-936791-17-4
Während der Sommerferien in Madrid experimentiert die Erzählerin, eine allein lebende junge Frau, mit sich selbst: sie macht sich unsichtbar. Darunter versteht sie, dass sie nach und nach alles über Bord wirft, was eine Frau in den Augen der meisten anderen ausmacht: Kosmetika und Frisuren, Lotionen und Düfte, die auf die Oberbekleidung abgestimmte und ahnbare Wäsche, die zu Stimmung, Wetterlage und Tätigkeit passende Kleidung, Anziehungskraft, Ausstrahlung, die Aussendung tatsächlicher oder bloß imaginierter Reizstoffe wie ein Schmetterlingsweibchen. Und eine Frau, die nur auf Grund aller dieser Zutaten, die das Begehren stimulieren sollen, als Frau wahrgenommen wird, ist in der Tat ohne sie unsichtbar. Sie verschwindet. Landet auf dem Boden, wie die Erzählerin. Und was bleibt? Viel Zeit, die leer verrinnt. Ein wenig Lektüre. Und die Chat-Räume des Internet, in denen sie sich anbietet und preisgibt. EineFrauAllein, die auf alles Zubehör verzichtet hat und zum bloßen Objekt der Begierde geworden ist und danach handelt: die pornografische Frau. – Aber diese Frau, diese Erzählerin hat auch eine letzte kleine Warnung parat: sie hat sich nicht nur vollständig entblößt, sie kann auch alles erzählen und reflektieren. Und das tut sie, gestochen scharf, meisterhaft.

Isabel Blare ist das Pseudonym einer 41jährigen Spanierin, die als art director in der Werbung arbeitete und jetzt einen hohen Posten in der öffentlichen Verwaltung bekleidet. EineFrauAllein ist ihr erster Roman.
"Mein Buch handelt vom Sex, oder von dem, was nach dem Sex bleibt. Es ist auch ein Buch über die Einsamkeit, oder über das, was nach der Gemeinsamkeit bleibt. Und schließlich ist es ein Buch, das von dem Unglück handelt, begehrt zu werden. Was stellen wir nicht alles an, damit uns jemand begehrt; und wie wenig können wir tun, wenn uns niemand mehr will. Dieses Buch handelt vom Sommer 2003 in Madrid, bei großer Hitze, in einer Wohnung mit geschlossenen Vorhängen, einer allein stehenden Frau, einem Computer, mehreren Männern oder Stimmen die vorgeben, Männer zu sein, mit Zigarettenrauch und Siesten, die in Albträumen enden. Es ist kurz und leicht zu lesen. Ich hoffe, dass es weniger leicht vergessen wird, wie es auch nicht leicht war zu schreiben."
(Isabel Blare)
Ein alternder Schriftsteller, der isoliert zwischen seinen Büchern im Norden Italiens lebt, auf einem Berg noch dazu wie ausgesetzt, und dem nach jahrzehntelanger Arbeit noch immer nicht jener Durchbruch gelungen ist, von dem er als junger Autor träumte, entdeckt die Chaträume des Internet. Die eigene Ehe ist nicht nur längst zur Gewohnheit geworden, es hat sich auch viel Gewöhnlichkeit eingeschlichen, viele kleine und auch größere Verletzungen. So wird die Versuchung, auf diese technisch vermittelte Art direkt mit Lesern umgehen zu können, und zwar mit vielen, vor allem mit vielen Frauen, schnell zur Sucht. Über Monate hinweg steigt er immer wieder die ganze Leiter und auch Leier der Möglichkeiten rauf und runter, die sich hier bieten: von der Plauderei bis zum immer intensiver werdenden Gespräch, vom Flirt bis zum virtuellen Orgasmus. Er genießt, nutzt andere und wird benutzt, schamlos, rüde oft, weil geschützt durch die Anonymität: ein Klick, und jeder ist in Sicherheit. Er reflektiert versäumte und zerbrochene Lieben, sein ganzes Leben, das in Rumänien begann und wohl zwischen den vielen stillen Büchern in Italien enden wird. Eine Weile redet er sich sogar ein, in den Chaträumen das neue Medium der Literatur gefunden zu haben: schneller, direkter, jedem zugänglich, multimedial noch dazu mit der Verführung der Bilder und den Klingeltönen der Handys mit ihren eiligen Botschaften und heißen Versprechen, und in all diesem leichten, schönen Wahn verliebt er sich schließlich in eine sehr viel Jüngere. Das wächst sich zur Liebesraserei aus: eine Liebe, die er meint leben zu müssen, unbeschadet seines Alters, nicht bloß im Chat und am Monitor, und doch weiß er, dass seine ganze bisherige Existenz, ja sein Leben daran zerbrechen kann.
Dieter Schlesak, geb. in Schäßburg (Siebenbürgen) / Rumänien, schreibt Lyrik, Essays und Prosa. Bis 1969 war er Literaturredakteur in Rumänien, dann verließ er das Land. Seitdem lebt er in der Bundesrepublik und in Italien.
Erotischer Roman
Aus dem Spanischen von Susanna Mende
Famen und Esperanzen 14
Leinen, 208 Seiten
ISBN 978-3-936791-23-5
Ein erotischer Roman, in dem sich selbst Fidel Castro „mit der heroischen Vornehmheit von Statuen in tadelloser Uniform“ nicht für einen Auftritt zu schade ist. Außerdem spielen mit: der argentinische Kultautor Julio Cortázar, Gabriel García Marquez, Henry Miller, Anaïs Nin, kubanische Autoren, das verschollene Buch einer Frauensekte des 15.Jahrhunderts aus Guatemala, die sich früh schon der Emanzipation verschrieben hatte sowie Amazonen sich nennende Prostituierte aus Paris und Havanna. – Was sich so locker und respektlos als ein literarisches Spiel mit bekannten Figuren anlässt, hat freilich auch einen ernsten Hintergrund: die Strukturen und die Verteilungskämpfe innerhalb der weiblichen und männlichen Prostitution in Kuba – eine Erscheinung, die in ihrem Ausmaß offiziell geleugnet wird und die der Autor in jahrelangen Recherchen dokumentiert hat.
Roman 1957
Engl. Brosch., 176 Seiten
Band 1 der Reihe "Kriminelle Sittengeschichte Deutschlands"
ISBN 978-3-936791-45-7
Duell im Dunkel erschien erstmals 1957, einer der ersten deutschen Kriminalromane der Nachkriegszeit überhaupt.
Doktor B. Voß war im Afrika-Korps der Deutschen Wehrmacht Hauptmann und rettete einem Bruno Holzknecht das Leben. Dieser war Obergefreiter und rettete dem Hauptmann das Leben. So etwas verbindet. Im Hamburg des Nachkrieges treffen sie sich wieder: Voß hat den Schwarzmarkt der Hansestadt organisiert, schiebt in großem Stil Medikamente und Drogen - Holzknecht läuft im abgetragenen Anzug eines Inspektors der Kripo herum und verliert seinen guten Ruf bei den stets vergeblichen Versuchen, Voß zu stellen. Der Mann hinterlässt keine Spuren. Bis er in einem seiner Maßanzüge an einem Nagel hängen bleibt, bevor er eine Prostituierte erwürgt.
Egon Eis, geb. 1910 in Wien, gestorben 1994 in München. Autor von Sachbüchern und zahlreichen Kriminalromanen, Filmdrehbüchern und Bühnenstücken. Lebte seit den 20er Jahren in Berlin. Nach der Machtergreifung zog er nach Wien, wo er u.a. die Stücke Der lächerliche Sir Anthony und sein bekanntestes Stück Wasser für Canitoga verfasste, das in 56 Städten Europas und in Lateinamerika aufgeführt wurde.
Eis emigrierte zunächst nach Frankreich, versuchte mit seinem Bruder in Hollywood Fuß zu fassen und ging nach Mexiko. 1953 kehrte er nach Deutschland zurück. Hier schrieb er Drehbücher zu mehreren Verfilmungen der Romane von Edgar Wallace.
Roman 1966
Engl. Brosch., 216Seiten
Band 2 der Reihe "Kriminelle Sittengeschichte Deutschlands"
ISBN 978-3-936791-46-4
Der Juniorchef einer norddeutschen Schnapsfabrik (Bricks Korn - immer vorn) ist am Ende des Krieges in Tunis desertiert und wurde von der jungen Tamara versteckt und versorgt. Der Seniorchef unterbindet später alle Versuche des Sohnes, mit ihr wieder Kontakt aufzunehmen: Eine Afrikanerin kommt mir nicht ins Haus! Tamara macht sich selbst auf die Reise von Tunis nach Schleswig-Holstein. Und schon entdeckt der Handelsvertreter Obuch, der gerade vergeblich dem SchnapsBricks eine Werbekampagne verkaufen wollte, die Leiche einer jungen Frau im Zug.

Hansjörg Martin, 1920-1999. Er studierte Kunst in Leipzig, arbeitete nach dem Krieg in Norddeutschland als Maler, Bühnenbildner, Dekorateur und Clown, bevor er 1963 freier Schriftsteller wurde. Er schrieb Kinder- und Jugendbücher, Schulfunksendungen und Features, Drehbücher und über 30 Kriminalromane, von denen einige als Vorlage für Fernsehfilme dienten, unter anderem auch für Tatort. 1968 erhielt der für die SPD engagierte Kommunalpolitiker das Bundesverdienstkreuz für seine Verdienste als "Begründer des neuen deutschen Kriminalromans", 1988 den Ehren-Glauser der Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur Syndikat.
Roman 1970
Engl. Brosch., 192 Seiten
Band 3 der Reihe "Kriminelle Sittengeschichte Deutschlands"
ISBN 978-3-936791-47-1
Mit der Figur des Hamburger Hauptkommissars Paul Trimmel in "Taxi nach Leipzig" schuf Werremeier eine der profiliertesten Kommissar-Figuren des deutschen Krimis und den ersten "Tatort-Kommissar".

Friedhelm Werremeier, geb. 1930 in Witten. Arbeitete lange Zeit als Reporter mit dem Spezialgebiet Prozess- und Kriminalberichterstattung und als Ressortleiter beim "Stern". Sein privates Archiv umfasst heute 1500 Dokumente, allein das ist bereits eine Kriminalgeschichte Deutschlands.
Roman 1972
Engl. Brosch., 232 Seiten
Band 4 der Reihe "Kriminelle Sittengeschichte Deutschlands"
ISBN 978-3-936791-48-8
Berlin-Kreuzberg in den 60er Jahren. Huren, Zuhälter, Randständige. Ein hier lebender Student entdeckt zufällig, dass einer seiner Professoren seine Habilitationsschrift Wort für Wort in den USA gestohlen hat und erpresst ihn. Das Geschäft floriert zunächst, dann läuft alles aus dem Ruder.

-ky (Horst Bosetzky), geb. 1938 in Berlin. Industriekaufmann, Professor der Soziologie, Schriftsteller. Mit dem wachsenden Erfolg der Krimis von -ky, die ab 1972 in schneller Folge erschienen, wurde zunehmend über das Pseudonym -ky gerätselt, als Autor u.a. Helmut Schmidt verdächtigt, auch der österreichische Bundeskanzler Bruno Kreisky.
Nachdem sich Horst Bosetzky "geoutet" hatte, der als Dozent an einer Verwaltungshochschule zunächst das Pseudonym vorgezogen hatte, war er lange Zeit Vorsitzender der Vereinigung deutscher Kriminalschriftsteller "Das Syndikat".
Roman 1973
Engl. Brosch., 240 Seiten
Band 5 der Reihe "Kriminelle Sittengeschichte Deutschlands"
ISBN 978-3-936791-49-5
"Rote Messe" gilt als der Kriminalroman der 68er Jahre und wurde von Molsners damaligem Verlagslektor mit der Begründung abgelehnt: "Ich habe die Reihe zu verantworten und Marxisten sind bei mir keine Sympathieträger".

Michael Molsner, geb. 1939 in Stuttgart. Er arbeitete zunächst als Journalist, Gerichtsreporter, Autor von Heftchenromanen, veröffentlichte 1968 den ersten Kriminalroman "Und dann habe ich geschossen".
Roman 1980
Engl. Brosch., 208 Seiten
Band 6 der Reihe "Kriminelle Sittengeschichte Deutschlands"
ISBN 978-3-936791-50-1
"Schlaf, Bübchen, schlaf" ist, wie so viele ihrer Figuren, das Portrait eines sehr durchschnittlichen Menschen: eines Angestellten der 70er Jahre, dem nach und nach alles aus dem Lot gerät. Am Ende der Geschichte steht das Messer. Das ist möglicherweise Bübchens Anfang: Seine Emanzipation zu einer erwachsenen, aber schrecklichen Person.

Irene Rodrian, geb. 1937 in Berlin, lebt als freie Schriftstellerin in München und auf Formentera.
Roman 1983
Engl. Brosch., 216 Seiten
Band 7 der Reihe "Kriminelle Sittengeschichte Deutschlands"
ISBN 978-3-936791-51-8
"Einer muss tot" handelt von Immigranten und einer deutschen Lehrerin, die ihrer Sprachlosigkeit zu steuern sucht. Von Liebe, Ehehölle und Mord zu Beginn der 80er Jahre.

Helga Riedel lebte nach Beendigung ihres Lehrerberufes längere Zeit in England, ehe sie wieder nach Deutschland zurückkehrte und sich auf einer nordfrisischen Insel niederließ. Nach einem schweren Unfall zog sie sich von der literarischen Szene zurück. Für ihren Erstling "Einer muss tot" und für ihren zweiten Kriminalroman "Wiedergänger" wurde sie mit dem DEUTSCHEN KRIMI PREIS ausgezeichnet.
Roman 1984
Engl. Brosch., 280 Seiten
Band 8 der Reihe "Kriminelle Sittengeschichte Deutschlands"
ISBN 978-3-936791-52-5
"Die Regeln der Gewalt" handelt von der deutschen Terroristengruppe "Kobra" die, um ihrer Eliminierung oder Verhaftung zu entgehen, die Zerstörung des zentralen Computers des BKA in Wiesbaden plant. Dazu bietet sich ein französischer Experte an, der aber wiederum Hintermänner hat...

Peter Schmidt, geb. 1944 in Gescher, arbeitete zunächst in der Werbung, studierte dann Literaturwissenschaften und Philosophie. Er schreibt Kriminalliteratur, Kriminalkomödien, Belletristik und Sachbücher.
In seinen Politthrillern nahm er modellhaft zahlreiche politische Entwicklungen vorweg, so etwa die Zusammenarbeit des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR mit der RAF.
- "Im Politthriller bedeutet dieses Hinausgehen über die bloße, aber erwünschte Unterhaltung vor allem: 1. Sichtbarmachen realer Strukturen des politischen Verbrechens. 2. Modellmäßiges Weiterdenken möglicher Gefahren." - (P. Schmidt)
Er wurde nehrfach mit dem DEUTSCHEN KRIMI PREIS ausgezeichnet.
Roman 1991
Engl. Brosch., 336 Seiten
Band 9 der Reihe "Kriminelle Sittengeschichte Deutschlands"
ISBN 978-3-936791-53-2
Peter Zeindler gilt heute als der Altmeister des deutschsprachigen Agentenromans. In "Feuerprobe" nutzt ein DDR-Agent die Wirren der Wendezeit, um sich die Identitäten sämtlicher anderer DDR-Auslandsagenten zu besorgen und sie an den BND zu verkaufen.

Peter Zeindler, geb. 1934 in Zürich, studierte Germanistik und Kunstgeschichte. Journalist und Schriftsteller, schrieb Hörspiele und Theaterstücke und 1982 seinen ersten Kriminalroman. Er wurde mehrfach mit dem DEUTSCHEN KRIMI PREIS ausgezeichnet und 1996 für sein bisheriges Werk mit dem "Ehrenglauser" der Autorengruppe "Das Syndikat".
Roman 1993
Engl. Brosch., 224 Seiten
Band 10 der Reihe "Kriminelle Sittengeschichte Deutschlands"
ISBN 978-3-936791-54-9
Hamburg. Die Rechtsradikalen sind in der Bürgerschaft so stark geworden, dass sie die anderen Parteien unter Zugzwang setzen. "Ich hatte geplant, die Fabel ein wenig wie bei Science-Fiction-Romanen zu gestalten. Ich wollte beschreiben, wie Massen von Menschen auf die Straße gehen, die Politiker bedrängen und die Einwanderer terrorisieren. Aber angesichts der Ereignisse von Rostock mag es sein, dass ich in Wirklichkeit die Geschehnisse sogar unterschätzt habe." (Robert Brack)

Robert Brack, geb. 1959, lebt als Journalist in Hamburg. Er schrieb u.a. eine Kriminaltrilogie, die von Polen und polnischen Exilanten handelt. "Psychofieber" ist der dritte und letzte Roman um den Journalisten Tolonen und seinen Mitarbeiter.